Welt

Separatisten bitten Kreml-Chef Putin um Hilfe

Die Anzeichen für eine unmittelbar bevorstehende Invasion Russlands in der Ukraine haben sich am Mittwochabend weiter verdichtet.
20 Minuten
23.02.2022, 23:05

Die Separatistenführer in der Ostukraine haben den russischen Präsidenten Wladimir Putin um militärische Hilfe gebeten. Die Chefs der Volksrepubliken Luhansk und Donezk hätten in Briefen um Beistand gebeten, um Angriffe von der ukrainischen Armee abzuwehren, teilte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Agentur Interfax zufolge am Mittwochabend mit. Durch Beschuss ukrainischer Truppen seien Zivilisten ums Leben gekommen und Menschen geflohen.

Die Bitte könnte der Wegbereiter für eine russische Invasion im Nachbarland sein. Am Dienstag hatte der russische Föderationsrat bereits einen Militäreinsatz gebilligt und Putin hatte zuvor angekündigt, Truppen zum Erhalt des Friedens in die Ostukraine zu schicken.

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Ausnahmezustand in der Ukraine

In der Ukraine gilt ab Donnerstag für zumindest 30 Tage der Ausnahmezustand. Das Parlament stimmte am Mittwochabend für die Notmaßnahme und billigte damit einen Erlass von Präsident Wolodymyr Selenskyj. Es können dadurch leichter Proteste untersagt und politische Parteien und Bewegungen verboten werden. Ausserdem sollten keine Informationen mehr verbreitet werden dürfen, die "die Lage im Land destabilisieren könnten", hieß es in dem Dokument.

Sanktionen gegen Nord Stream 2

Die USA verhängen angesichts der Eskalation in der Ukraine-Krise Sanktionen gegen die Betreibergesellschaft der deutsch-russischen Erdgas-Pipeline Nord Stream 2. US-Präsident Joe Biden gab die Strafmassnahmen gegen die in der Schweiz, Zug ansässige Nord Stream 2 AG und deren Geschäftsführung am Mittwoch bekannt. Die Bundesregierung hatte das höchst umstrittene Projekt am Dienstag auf Eis gelegt.