Prorussische Separatisten haben Medien bestätigt, dass sie Flug MH17 aus Versehen abgeschossen haben. "Wir haben gerade eine Maschine der Faschisten aus Kiew abgeschossen, haben unsere Kommandanten gesagt", berichtete ein Kämpfer dem italienischen "Corriere della Sera". Zwei weitere Milizionäre bestätigten die Aussage gegenüber der deutschen "FAZ".
haben. "Wir haben gerade eine Maschine der Faschisten aus Kiew abgeschossen, haben unsere Kommandanten gesagt", berichtete ein Kämpfer dem italienischen "Corriere della Sera". Zwei weitere Milizionäre bestätigten die Aussage gegenüber der deutschen "FAZ".
Wenige Minuten nach dem Knall und dem folgenden Absturz der Passagiermaschine der Malaysian Airlines habe er von seinem Vorgesetzten den Auftrag erhalten, den Piloten eines abgeschossenen, vermeintlich ukrainischen Kampfjets gefangenzunehmen, erzählte der Kämpfer dem "Corriere". Das deutet darauf hin, dass die Separatisten die zivile Maschine im Glauben, dass es sich um ein Militärflugzeug handle, abgeschossen haben.
"Jedes Flugzeug ist ein feindliches Flugzeug"
Zwei weitere prorussische Milizionäre bestätigten den Befehl gegenüber Journalisten der deutschen "FAZ". Einer sagte, die Gruppe habe nach der Explosion von ihrem Vorgesetzten den Befehl erhalten, "dort hinzugehen und den Mann am Fallschirm zu finden", schreibt die deutsche Tageszeitung. Ein anderer fügte erklärend hinzu: "Jedes Flugzeug, das hier auftaucht, ist ein feindliches Flugzeug. Weil wir selbst keine Flugzeuge haben. Und die Flugzeuge, die hier fliegen, sind feindliche Flugzeuge."
"Russland trägt Mitschuld"
Unabhängig davon trage Moskau eine Verantwortung, weil es die Separatisten mit Material und Training unterstütze und die instabile Situation in der Ukraine mitverursacht habe, kritisierten die USA. Auch nach dem Flugzeugunglück habe Russland die Hilfe nicht eingestellt. Separatistenführer Alexander Borodaj hatte zuvor erneut bestritten, dass Aufständische das Flugzeug abgeschossen hätten.
Die Außenminister der Europäischen Union (EU) gaben Russland ebenfalls eine Mitschuld. Bei einem Treffen in Brüssel bereiteten die Minister schärfere Sanktionen gegen Moskau vor; auch Waffen-Exporte könnten verboten werden. Beschlüsse gab es aber nicht.
Britische Experten betraut
Die sogenannte Black Box, die den Flugdatenschreiber und den Stimmenrekorder der abgeschossenen Msachine enthält, soll zur Auswertung ins britische Farnborough gebracht werden. Ein belgisches Militärflugzeug wird die Flugschreiber von der Ostukraine nach Großbritannien bringen.
Am Dienstagnachmittag sei ein Flugzeug vom Typ Embraer vom Brüsseler Militärflughafen Melsbroek Richtung Kiew gestartet, teilte das belgische Verteidigungsministerium dazu mit. An Bord seien Experten und Vertreter der Vereinten Nationen. Laut dem niederländischen Außenministerium werden Experten des OVV und anderer Länder an den Ermittlungen beteiligt sein.
Waffenruhe um Absturzstelle
Der russische Präsident Wladimir Putin verlangte von Kiew eine Feuerpause, solange in der Ostukraine nach der Absturzursache gesucht wird. Bei einer Sitzung des nationalen Sicherheitsrates in Moskau sagte Putin, Russland versuche auf die Separatisten einzuwirken, damit diese eine vollständige Aufklärung ermöglichen. Poroschenko hatte am Montag eine Waffenruhe verkündet, die auf 40 Kilometer im Umkreis um die Absturzstelle gelten sollte.
Der australische Ministerpräsident Tony Abbott kritisierte nach dem mutmaßlichen Abschuss eine Manipulation von Beweisen. "Nach dem Verbrechen kommt die Vertuschung. Was wir gesehen haben, ist die Manipulation von Beweisen in industriellem Ausmaß und das muss natürlich aufhören", sagte Abbott. Er macht die Separatisten für den Absturz verantwortlich, bei dem 37 Australier starben.