Killer wartete, bis Opfer fertig gegessen haben

Nach dem Mord mitten in Wien ist der Täter weiterhin auf der Flucht. Vladimir R. hat offenbar geahnt, dass ihm jemand auf den Fersen ist.

Am 7. Dezember wurde Vladimir R. (32) in Montenegro aus dem Gefängnis entlassen. Genau zwei Wochen später haben ihn Unbekannte durch einen Kopfschuss hingerichtet. Mitten in Wien.

Der Mord vom Freitag scheint von langer Hand geplant gewesen zu sein. Denn laut serbischen Medien wusste nicht einmal der engste Kreis des Opfers, dass der 32-Jährige auf freiem Fuß war. Vladimir R. scheint Angst gehabt zu haben und soll nur ein paar Tage nach seiner Entlassung nach Wien geflohen sein.

Doch der Killer wusste anscheinend genau, wo sich das Clan-Mitglied befand. Serbische Medien wie "kurir" und "blic" sind überzeugt davon: Wer auch immer Vladimir R. getötet hat, er ist ihm wohl nach seiner Freilassung auf den Fersen gewesen.

Kein Streit im Lokal

Auch berichten Medien-Portale aus dem Balkan weiterhin, dass zwei Männer auf Vladimir R. und den 22-jährigen Stefan V. vor dem beliebten Schnitzel-Lokal Figlmüller gewartet hätten. Die Wiener Polizei geht jedoch offiziell von einem Täter aus.

Zudem verschweigt die Polizei nach wie vor, um wen es sich bei der dritten Person handelte, die mit den beiden im Lokal gegessen hatte. Noch am Tatort wurde der oder die Unbekannte von den Beamten als Zeuge vernommen.

Im Restaurant selbst kam es laut den Kellnern zu keinem Streit, das Essen soll friedlich verlaufen sein. Als die Gäste den Figlmüller verlassen hatten, wurden sie von den (dem) Täter(n) abgepasst. Dabei kam es dann zum tödlichen Schuss.

Er flehte um Verlegung nach Montenegro

Das Motiv ist nicht klar. Doch sicher ist: Nachdem Vladimir R. im vergangenen Jahr von der Polizei in Belgrad verhaftet wurde, flehte er die Beamten an, dass sie ihn nach Montenegro in ein Gefängnis bringen sollten. Das bestätigte auch bereits der Anwalt des Getöteten: "Er bat den Justizminister und das Gericht um eine Verlegung. Mein Mandant erklärte sich zudem bereit, für alle entstandenen Kosten aufzukommen."

Und so lief es dann auch. Konkret: Vladimir R. wollte mit dem Flugzeug nach Montenegro gebracht werden. Die Tickets für alle Beamten, die ihn begleiteten, zahlte er aus eigener Tasche. Laut Anwalt sei ihm der Transport mit einem Auto zu unsicher gewesen. Nicht nur für ihn, sondern auch für die Begleitpersonen. Der Wunsch wurde ihm erfüllt.

Schicksalshafter Kokainschmuggel

Der "Kavacki-Klan", dessen Mitglied Vladimir R. war, gilt seit Jahren verfeindet mit einem zweiten Klan aus Kotor, nachdem bei einem Drogengeschäft in Valencia im Jahr 2014 etwa 200 Kilogramm Kokain verschwunden waren. Daraufhin sollen immer wieder Mitglieder beider Klans tot aufgefunden worden sein – allein innerhalb von einem Monat sollen 2016 acht Menschenleben auf das Konto der beiden Mafia-Banden gegangen sein, schreiben örtliche Medien.

Das Opfer wurde laut Medienberichten im vergangenen Jahr in Belgrad wegen Dokumentenfälschung zu acht Monaten Haft verurteilt. In den Jahren zuvor soll er bereits des Mordes verdächtigt, jedoch nie verurteilt worden sein.

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Zeugen hatten einen Mann als Täter beobachtet. Er soll etwa 30 Jahre alt und ca. 185 cm groß sein. Der Verdächtige trug wohl einen Dreitagebart und eine dunkle Jacke. Sein Gesicht war demnach mit einer Kapuze verdeckt. Die Polizei bittet um Hinweise. Diese werden (auch anonym) unter 01-31310-33800 entgegen genommen.

Lesen Sie hier alles zur tödlichen Schießerei am Lugeck (slo)

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