Gerichtsmediziner aus Hamilton im US-Staat Indiana konnten ein weiteres Opfer von Serienmörder Herb Baumeister identifizieren. Der Killer hatte vor über 30 Jahren auf seinem Grundstück rund 10.000 Körperteile vergraben. Nach seinem Tod 1996 wurden die Leichenteile ausgehoben – doch die Identifizierung der Opfer gestaltete sich schwierig, da Baumeister die Körper verbrannte und die Skelettreste zerquetschte.
Mittlerweile wurden zwölf Todesopfer erfasst. Der jetzt identifizierte Jeffrey A. Jones war 1993 als vermisst gemeldet worden. Er wurde identifiziert, nachdem Wissenschaftler mithilfe von Genome Sequencing Othram, dem größten forensischen Genealogielabor der USA, ein DNA-Profil von ihm erstellt hatten.
Der Fall flog auf, als sein jugendlicher Sohn 1994 einen menschlichen Schädel fand und ihn seiner Mutter zeigte. Als die Frau ihren Mann wegen des Schädels zur Rede stellte, meinte Baumeister, dieser sei wahrscheinlich ein Überbleibsel aus der Arbeit seines Vaters als Arzt. Sie glaubte es und ließ die Sache ruhen – bis zur Scheidung zwei Jahre später.
Die Behörden durchsuchten das Anwesen und gruben die Überreste mehrerer Opfer aus – darunter Knochenfragmente, ein Schädel und Zähne –, während Baumeister nicht zu Hause war. Die Justiz stellte einen Haftbefehl gegen den Killer aus, doch er bekam Wind davon und floh nach Ontario in Kanada. Dort nahm er sich das Leben im Alter von 49 Jahren. Einen Brief oder ein Geständnis hinterließ er nicht.
Ein Bericht des FBI aus dem Jahr 2005 beschreibt Baumeister als einen scheinbar gewöhnlicher Ehemann und Vater, der zur Arbeit ging und wieder nach Hause kam, aber auch ein Doppelleben führte. "Die Mehrheit der Serienmörder sind keine zurückgezogenen Außenseiter, die allein leben. Sie sind keine Monster und wirken vielleicht nicht merkwürdig. Viele Serienmörder verstecken sich in ihren Gemeinden", heißt es im Bericht.