Österreich

Sex, Drogen: Razzia in Wiener Gefängnis

Heute Redaktion
14.09.2021, 03:01

Die Staatsanwaltschaft Wien führte am Dienstag Vormittag eine Hausdurchsuchung im Wiener Gefangenenhaus Josefstadt durch. Grund: eine anonyme Anzeige aufgrund von Schmuggel.

Eine Justizwachebeamtin hatte im Vorjahr eine Anzeige erstattet. Demnach würden Kollegen Handys und Drogen in den Frauentrakt der Haftanstalt schmuggeln. Im Gegenzug gebe es sexuelle Dienstleistungen und Bestechungsgeld.

"Entsetzt und schockiert"

Die Revierinspektorin sagte demnach aus, dass der Advokat in seiner Kanzlei Kuverts mit Bestechungsgeld bereit gehalten habe. Die Beamtin rief dem Bericht zufolge in der Kanzlei verdeckt "für einen Kollegen" an, um besagtes Kuvert abzuholen. Von einer Sekretärin seien ihr dann mehrere Namen auf den Kuverts vorgelesen worden. Die Beamtin: "Ich war darüber entsetzt und schockiert."

Der "Falter" hatte im März berichtet, dass das Justizministerium seit Oktober von den Vorfällen gewusst, aber weder Telefonüberwachungen noch Observationen durchgeführt haben soll.

Ein Sprecher von Justizministerin Beatrix Karl (V) hatte den Vorwurf der Untätigkeit zurückgewiesen, man habe den Fall ja angezeigt. Nach den Anschuldigungen der Beamtin habe man unter anderem Suchhunde in die Wäscherei der Justizanstalt Josefstadt geschickt, weil sich dort das Drogendepot für die Insassen befunden haben soll. Die Tiere hätten jedoch nichts gefunden.

Auch andere Trakte betroffen

Die Razzia soll sich nicht nur auf den Trakt beschränkt haben, in dem besagte Beamtin tätig war. Die Hausdurchsuchung dauerte mehrere Stunden. Ob bei der Durchsuchung der Zellen verbotene Gegenstände gefunden wurden, blieb vorerst unklar. Die Ergebnisse müssten jetzt ausgewertet werden, hieß es seitens der Staatsanwaltschaft.

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