Nach den sexuellen Übergriffen in der Silvesternacht in Innsbruck spielen sich ein Jahr nach Köln nun in Tirol ähnlich Diskussionen ab. Es ist eine heftige politische Debatte über den Einsatz der Polizei entbrannt. Diese setzte mittlerweile eine Sonderkommission für die Suche nach den Tätern ein.
Die Polizei hätte die Übergriffe in der Silvesternacht auf dem Innsbrucker Marktplatz verhindern können, weil die mutmaßlichen Täter zum Teil Nordafrikaner gewesen seien. Das sagte der Tiroler FPÖ-Obmann Markus Abwerzger am Mittwoch. Die Übergriffe in Köln im Jahr zuvor hätten Innsbruck zu denken geben müssen.
Auch Bundes-FP-Chef HC Strache hat zum Zusammenhang Innsbruck-Köln eine klare Meinung. Er postete auf Facebook den Brief einer Gattin eines Kölner Polizisten, der nach 15 Stunden Dienst in der Silvesternacht erfroren nach Hause kam.
Für die Innsbrucker Stadt-SPÖ stellt sich Sicherheitssprecher Klaus Gasteiger hinter die Innsbrucker Polizei. Er sieht den Mangel eher beim Personalmanagement. Immerhin seien 247 Stellen nicht besetzt worden.
Anzeigen auf 18 gestiegen
Für die ÖVP hält Tirols Klubobmann Jakob Wolf fest, dass es letztklassig sei, der Polizei die Schuld für die Vorfälle zu geben. Wenn zehntausende Menschen auf engstem Raum feiern, sei es unmöglich, jede Straftat zu verhindern.
Die Zahl der Opfer von sexuellen Übergriffen in der Silvesternacht in Innsbruck ist mittlerweile auf 18 gestiegen. Eltern von jungen Frauen hätten sich gemeldet und weitere Anzeigen erstattet, ließ die Polizei wissen.
Polizei mit Sonderkommission
Um allen Vorwürfen reibungslos nachzugehen, setzte die Polizei in Tirol mittlerweile eine Sonderkommission ein. Eine eigene Ermittlergruppe soll das Videomaterial vom Veranstalter der Innenstadt-Party prüfen und nach Tätern suchen.
Es soll sich bei ihnen um fünf oder sechs Personen handeln, die vermutlich aus dem asiatischen Raum stammen. Bislang hat sich aus allen Überprüfungen noch kein Tatverdacht ergeben.
Die Polizei ist auf Zeugen angewiesen, die Lichtbilder oder Videoclips von den Vorfällen aufgenommen haben. Dazu wurde eine eigene E-Mail-Adresse eingerichtet. Zeugen werden ersucht Bild- oder Videodateien an [email protected] zu schicken.