Sex-Video trieb Italienerin in den Selbstmord

Bild: EPA
Tiziana Cantone schickte ihrem Ex ein Video, das sie beim Sex mit einem anderen Mann zeigte. Doch dieser stellte es ins Internet.

Sie ertrug die Scham nicht mehr: Der Selbstmord der 31-jährigen Tiziana Cantone bewegt ganz Italien. Die junge Frau wollte ihrem Ex mit dem Sex-Tape, das sie mit einem anderen Mann zeigte, wohl eins auswischen. Der Ex-Freund teilte den Clip aber auf Facebook, von wo aus er sich rasend verbreitete. Cantone wurde zum Gespött und auf der Straße als Flittchen beschimpft.

Aussichtsloser Kampf

Sie kündigte ihren Job, änderte ihren Namen, ging gerichtlich gegen die Verbreiter des Videos vor - doch es nützte nichts. Die höhnischen Kommentare hörten nicht auf, das Video wurde sogar im Fernsehen parodiert. Cantone wurde depressiv, sah keinen Ausweg mehr. Etwa ein halbes Jahr nach Veröffentlichung des Clips nahm sich die 31-Jährige in der Wohnung ihrer Eltern das Leben. 

Kritik an Macho-Mentalität

Das tragische Schicksal hat nun eine Diskussion über Cyber-Bullying und die Macho-Mentalität in Italien angestoßen. Sexuell aktive Frauen würden als Flittchen beschimpft, ihre männlichen Pendants bewundert, so die Kritik. Für die Eltern Cantones ist die Aufarbeitung freilich kein Trost. "Meine Tochter hat das nicht verdient, sie hat niemals jemanden betrogen", sagte ihre Mutter zu Medien. Beim Begräbnis brach sie zusammen, musste weggetragen werden. 

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