Sex-Vorwurf: Bürgermeister von der Putzfrau (43) angezeigt

Bild: PD
Im schönen Lannach, dem Tor zur Weststeiermark, wird heftig getuschelt, vorbei ist es mit der Idylle. Grund dafür sind die heftigen Sex-Vorwürfe einer Reinigungskraft (43) gegen den Langzeit-Bürgermeister Josef Niggas (VP). Er soll der Frau geraten haben, brav zu sein, wolle sie und ihr Lebensgefährte deren Gemeindejobs behalten. Das Landeskriminalamt ermittelt.
Josef Niggas, seit Jahren unumstrittener Ortskaiser des knapp 4.000 Einwohner zählenden Lannach (Bezirk Deutschlandsberg) hat Erklärungsbedarf (für ihn gilt die Unschuldsvermutung). Denn die Vorwürfe von Opfer-Anwältin Karin Prutsch sind nicht ohne: "Meine Mandantin wirft dem Bürgermeister vor, dass er sie im Zeitraum von Anfang 2016 bis Ende 2016 insgesamt fünf Mal nötigte, ihn zu befriedigen, wobei einmal mit der Hand und viermal oral. Meine Mandantin stand in finanzieller Abhängigkeit zum Bürgermeister, da sie als Raumpflegerin unter anderem als Vertragsbedienstete der Marktgemeinde Lannach beschäftigt war.

Zu den Übergriffen kam es während der Dienstzeiten meiner Mandantin, wobei ihr vom besagten Bürgermeister nach ihrer eigenen Aussage gesagt wurde, dass sie ihre Arbeit und das Geld verlieren könne, wenn sie (wörtlich) 'nicht spurt' und brav ist."

Psycho-Tagebuch deckte Fall auf

Ans Tageslicht kamen die unsauberen Attacken, weil das mutmaßliche Opfer im November 2016 psychisch krank geworden war, auf Schlafstörungen folgten Essstörungen. Ende des Jahres musste die Raumpflegerin ins Krankenhaus, wurde dort über zwei Wochen stationär behandelt. "Dort war meine Mandantin in psychiatrischer Behandlung, wobei ihr von den Ärzten angeraten wurde, dass sie ein Gedächtnisprotokoll über ihre psychischen Belastungen erstellen soll. Daraufhin schrieb meine Mandantin die ihr widerfahrenen sexuellen Übergriffe nieder. Diese Aufzeichnungen wurden schließlich von ihrem Lebensgefährten dem Landeskriminalamt Steiermark am 09. Februar 2017 übergeben", erklärt die renommierte Grazer Juristin gegenüber "Heute".

Am 14. März wurde nun auch ein Antrag an die steirische Landes-Gleichbehandlungskommission gerichtet. 

Ortschef wehrt sich

Der Politiker zeigte sich gegenüber "Heute" erschüttert: "Das ist eine hundsgemeine Verleumdung. Eine echte Sauerei. Die Opposition (Anm: Bürgerliste OBL) unterstützt diese Unterstellungen und glaubt, mich auf diese Art los zu werden." Niggas hat selbst rechtliche Schritte eingeleitet und hat eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft Graz eingebracht. Der Ortschef bestreitet nicht, ein Verhältnis mit der 43-Jährigen gehabt zu haben. "Aber ohne Zwang", so Niggas. Das Verhältnis sei Ende 2016 beendet worden, dann gab es einen Streit mit dem Lebensgefährten und dann ging die Betroffene in den Krankenstand. Mittlerweile hat auch der Politiker einen Anwalt beauftragt.

Eine andere Dame meint, der Ortschef sei am Faschingsdienstag als Küsserkönig unterwegs gewesen und drückte vielen Frauen einen (nicht gewollten) Schmatz auf. 

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