Autowaschanlage wirbt für "Saugen und Blasen"

Schweizer Autowaschanlage wirbt für "Saugen und Blasen"
Schweizer Autowaschanlage wirbt für "Saugen und Blasen"Bild: Leserreporter
Eine Autowaschanlage in der Schweiz wirbt mit (halb)nackten Tatsachen und provokanten Sagern. Gleichstellungsbeauftragte orten "Sexismus"
Eine Autowaschanlage in Villmergen (Schweiz) wirbt mit einer halbnackten Frau und dem Spruch: "Staubsauger zum Saugen und Blasen". Das Familienunternehmen "Stützliwösch" eckt damit an.

Helena Trachsel von der Fachstelle Gleichstellung des Kantons Zürich kritisiert die Werbung scharf: "Die Zeit für diese Art von provokativer, aber herabwürdigender Werbung, ist definitiv vorbei." Sie verstehe, dass Firmen unter dem Motto "sex sells" versuchten, Aufmerksamkeit zu generieren.



In diesem Fall sei es aber klar diskriminierend: "Die zweideutige Anspielung mit dem "Staubsaugen und Blasen" in Kombination mit dem Bild der lasziven Frau meint implizit, dass der Blowjob als Sexualpraktik eben nur von Frauen ausgeführt wird." Hinzu komme, dass das Bild der ständig sexuell verfügbaren Frau vermittelt werde. Deshalb gehöre solche Werbung verboten, findet sie.

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Bisher habe es für diese konkrete Werbung keine Beanstandungen gegeben, sagt Trachsel. Da man nun aber Kenntnis davon habe, werde man sie der Lauterkeitskommission melden. Sie verweist auf die Zürcher Baufirma Agir, die letztes Jahr im Mitarbeitermagazin unter anderem damit warb: "Die größten Pumpen und Bläser." Nach einer Rüge habe die Firma nun die Werbestrategie komplett überarbeitet, sagt Trachsel.





Laut Janine Meyerstein, Geschäftsführerin von "Stützliwösch", gibt es die Plakate schon seit sieben Jahren. "Sie wurden intern entworfen, auch von Frauen. Bei uns sitzen drei Frauen im Verwaltungsrat – und nur ein Mann." Die Werbung sei provokativ und ironisch.

Persönlich könne sie darüber schmunzeln. Sie habe nur wenige E-Mails von Frauen erhalten, die sich beschwert hätten über das Sujet. "Die Werbung ist ganz sicher nicht sexistisch. Auf anderen Plakaten zeigen wir auch Männer."



Man habe die Plakate entworfen, als man neue Staubsauger installiert habe, die nicht nur saugen, sondern auch das Ausblasen des Autos mit Druckluft ermöglichen. Meyerstein sagt, dass die Werbung nach der #metoo-Debatte anders wahrgenommen werde als noch vor ein paar Jahren. "Demnächst führen wir neue Staubsauger ein. Dann gibt es neue Plakate." (jd/20 Minuten)

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