Österreich

Sexistische Kampagne gegen Sex-Täter

Heute Redaktion
14.09.2021, 13:24

Ist das wirklich eine gute Idee? Ausgerechnet mit einem Video, in dem Mädchen in knappen Bikinis und halbnackten Hintern zu sehen sind, vor Sex-Tätern zu warnen? Im Internet sorgt das Video des oö. Rings Freiheitlicher Jugend (RFL) zumindest für heiße Diskussionen.

"Sommer, Sonne, Wasserball – Ich werde nicht zum ,Einzelfall'". So heißt die Kampagne der jungen Freiheitlichen. Im Grunde geht's darum, vor Sex-Tätern in Freibädern zu warnen. Damit die Mädels nicht Opfer bzw. ein "Einzelfall" (Anspielung darauf, dass Politiker laut RFJ die Gewalt- und Sex-Übergriffe als "Einzelfall" bezeichnen würden; Anm.) werden. Und darauf hinzuweisen, dass der RFJ flächendeckend in ganz Oberösterreich kostenlose Selbstverteidigungskurse anbietet.

Geschmackloses Video?

Allerdings: Das Video zur Kampagne ist zumindest diskussionswürdig. Es zeigt nämlich Mädels in knappen Bikinis beim Aufblasen eines Wasserballs. Und die tanzend ihre halbnackten Hintern in die Kamera halten. Ist es wirklich eine gute Idee, mit so einem Video vor Sex-Tätern zu warnen?

Die Kommentare dazu auf Facebook sind durchaus geteilt: Während natürlich die FPÖ-Anhänger das Video "cool" finden, schreiben andere: "Zuviel Testosteron oder nur W...vorlage?" Oder: "Ich dachte, es ist eine Eis-Werbung."

Dass es zu unterschiedlichen Meinungen darüber kommen wird, dachte sich der RFJ auch schon im Vorfeld. Denn: Schon in den Presseunterlagen verteidigt man sich: "Der potenzielle Vorwurf, es wäre widersprüchlich, knapp bekleidete Mädchen zu zeigen und gleichzeitig vor Vergewaltigungen zu warnen, ist äußerst bedenklich. Es solcher Vorwurf suggeriert nämlich, dass Frauen im Minirock oder Bikini "selbst schuld" wären, wenn sie Opfer von Sex-Angriffen werden."

Hohn und Spott schon für anderen Spot

Übrigens: Der RFJ scheint generell auf sexy Kampagnen zu setzen. "Das Wasser steht uns bis zum Hals."

Was sagt ihr zum neuen Werbespot des RFJ?

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen