Österreich

Sextäter "überraschte" Wärter mit zweiter Flucht

Heute Redaktion
14.09.2021, 03:04

Der verurteilte Sexualstraftäter Milan Polak entkam aus dem Gefängnis, weil er während eines sozialtherapeutischen Ausgangs aus der S-Bahn sprang (Heute berichtete exklusiv) Christian Timm, stellvertretender Leiter der Vollzugsdirektion Göllersdorf, berichtet, dass das Fluchtrisiko als sehr gering eingeschätzt wurde. Eigenartig, flüchtete der 48-Jährige doch schon 2011 einmal.

) Christian Timm, stellvertretender Leiter der Vollzugsdirektion Göllersdorf, berichtet, dass das Fluchtrisiko als sehr gering eingeschätzt wurde. Eigenartig, flüchtete der 48-Jährige doch schon 2011 einmal.

Milan P. saß in einer "spitalsähnlichen Struktur" und wurde dort vor allem psychiatrisch betreut. Die Prognose der Experten war günstig. Timm wies in diesem Zusammenhang auf wiederholte Kritik von Experten hin, wonach sich Menschen zu lange im Maßnahmenvollzug befinden.

Sechsmal gabe es sozialtherapeutische Begleitungen für den 48-jährigen Sexualstraftäter. Jedes Mal liefen sie ohne jeden Zwischenfall ab. Deshalb sei es "vom Standpunkt unseres Fachpersonals nicht zu erwarten und auch völlig unlogisch" gewesen, dass diesmal etwas passieren könnte. Doch Milan P. flüchtete.

Schon 2011 geflüchtet

Tinn bestätigte auch, dass der 48-Jährige schon einmal, im Jahr 2011, geflüchtet sei. Er saß nach einer Verurteilung im Jahr 2007 in der geschlossenen Anstalt Mauer (Bezirk Amstetten) und entwich ebenfalls während eines Ausgangs. Auch damals hatte er eine entsprechend günstige Prognose. Nachdem er mehrere Überfälle auf Privatpersonen begangen hatte, wurde er im Dezember 2011 wieder eingefangen.

Der stellvertretende Leiter der Vollzugsdirektion wies darauf hin, dass Österreichs Rechtslage prinzipiell darauf ausgerichtet sei, dass alle Straftäter wieder entlassen werden. Man habe beim Strafvollzug die Verpflichtung, im Falle einer günstigen Prognose auf die Entlassung der Häftlinge hinzuarbeiten. Zu dem Fall sei nun eine Expertenkommission eingesetzt worden, welche die Causa überprüfen soll.

Der entkommene Häftling ist 48 Jahre alt, 1,70 Meter groß und schlank. Er hat dunkle Haare, trägt zeitweise Vollbart, hat blaue Augen und braune Haare. Auffällig sind laut Polizei Tätowierungen an Brust, Armen und Beinen. Außerdem hat der Mann eine Narbe im oberen Brustbereich. Sachdienliche Hinweise sind an das Landeskriminalamt NÖ unter der Telefonnummer 059133-30-3333 erbeten.

APA/red.

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