Corona-Pandemie trieb Wienerin (24) in die Isolation

Sabine Hertel
Während der Pandemie zog sich Shaghayegh zurück. Durch den Verein Sprungbrett fand die 24-jährige wieder Hoffnung, Mut und berufliche Perspektiven.

Die Pandemie hinterlässt bei jungen Menschen ihre Spuren. Hoffnungslosigkeit, Depressionen und Ängste bestimmen mittlerweile den Alltag vieler Jugendlichen. Auch die 24-jährige Shaghayegh wusste lange Zeit nicht mehr, was sie mit ihrem Leben anfangen soll.

"Ich fühlte mich nirgends zugehörig"

"Ich war orientierungslos und hatte keine Perspektive" erinnert sich Shaghayegh an ihre schwersten Jahre. Die Wienerin mit iranischen Wurzeln fühlte sich nirgends zugehörig. "Immer wenn ich im Iran war, war ich die Österreicherin. Und hier werde ich immer die Iranerin bleiben", sagt sie. Die heute 24-jährige kämpfte mit ihrer Identität, darunter litten auch die Zukunftspläne. "Ich wusste nicht, was ich beruflich machen soll und wie es weiter geht", sagt sie. Die junge Frau jobbte in der Gastronomie, absolvierte eine HLW, brach jedoch im Maturajahr ab. Wie es weiter gehen sollte, stand in den Sternen. Die Pandemie trieb sie in die Einsamkeit, Shaghayegh litt an Depressionen und ihre Situation schien aussichtslos. Doch es kam noch schlimmer.

Shaghayegh lernte wieder zu strahlen

"Mir ging es psychisch nicht gut und ich musste mich erholen. Am AMS wurde das falsch verstanden und man stufte mich als arbeitsunfähig ein. Das war ich aber nie", erzählt sie. Es folgten zahlreiche Behördentermine, um das Missverständnis wieder aufzuklären. Die Rettung für Shaghayegh war der Verein Sprungbrett, zu dem sie mit 20 Jahren über das AMS gelang. "Dadurch hat sich vieles verändert", sagt die junge Frau, die heute wieder strahlen kann. "Endlich hatte ich das Gefühl, nicht mehr allein zu sein." In zahlreichen Beratungsterminen erhielt die damals verzweifelte Barkeeperin Unterstützung bei bürokratischen Angelegenheiten. Aber nicht nur das: "Auch psychisch wurde mir geholfen", sagt sie. "Durch Sprungbrett bekam mein Leben wieder Struktur".

Shaghayegh schöpfte neue Hoffnung und Lebensmut. Heute ist die 24-jährige im Eventbereich tätig, organisiert Workshops für Künstler und hat darin ihre Berufung gefunden. "Das ist es, was mir Spaß macht. Aber ohne die Hilfe, die ich erfahren habe, wäre ich nicht so weit gekommen. Das war mein Lichtblick", sagt sie. Mehr Infos zum Verein und den aktuellen Projekten unter www.sprungbrett.at

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