In Österreich erfreut sich Ferdinand Habsburg als rasender Reporter im ORF großer Beliebtheit. In den USA kommt er aufgrund seines Nachnamens offenbar weniger gut an.
Die New York Times haben Habsburg am Wochenende in einem Artikel vorgestellt: "Der Prinz ohne Thron". Das renommierte Blatt schreibt vom Nachfahren der Österreich-Ungarn-Herrscherfamilie, der ohne den Zerfall der Monarchie ein Kaiser hätte sein können, stattdessen Rennfahrer ist.
Das Porträt des jungen Österreichers erhitzt in den sozialen Medien die Gemüter.
"Für wen soll das sein?", stellt ein User auf Twitter die Sinnhaftigkeit des Artikels in Frage. Wer weiter scrollt findet sich in einem Sammelbecken an "Trollen" und scharfen Kritikern wieder. Die Kommentare kommen einem Shitstorm gegen die Habsburger gleich. Fotos der sogenannten "Habsburger-Lippe", das charakteristisch hervorstehende Unterkiefer vieler Vorfahren des Rennfahrers, werden höhnisch geteilt.
"Immerhin hat er das Kinn nicht geerbt", spottet ein User.
Andere posten Bilder von Gavrilo Princip. Der Attentäter verübte 1914 in Sarajevo den Mordanschlag auf den österreichisch-ungarischen Thronfolger Franz Ferdinand und dessen Ehefrau Sophie. Ein historisches Ereignis, das Mitauslöser für den Ersten Weltkrieg und das Ende der Monarchie war. Mehr als ein Jahrhundert später wird unter der Habsburg-Geschichte auf Twitter über den Attentäter gewitzelt.
Die Wenigsten von jenen, die den Beitrag der Zeitung als Plattform für ihren Hohn nutzen, haben selbigen wohl gelesen. Wer über das Leben des Österreichers lesen will, muss zunächst durch die Bezahlschranke der NYT.
Habsburg war am Wochenende rund 2000 Kilometer südlich von New York an der US-Ostküste für den ORF beim Miami-Grand-Prix im Einsatz. Der 25-Jährige ist neben Alex Wurz als Experte beim Öffentlich-Rechtlichen engagiert, bei Formel-1-Fans wegen seiner lockeren Art im Zusammenspiel mit Wurz und Kommentator Ernst Hausleitner beliebt.
Der Kaiser-Urenkel hat sich nicht nur neben sondern auch auf der Rennstrecke selbst einen Namen gemacht. Sein bisher größter Erfolg: Der Triumph beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans in der LMP2-Klasse gemeinsam mit Charles Milesi und Robin Frijns (2021).
Apropos Namen – davon hat der Salzburger nicht zu wenig: Ferdinand Zvonimir Maria Balthus Keith Michael Otto Antal Bahnam Leonhard von Habsburg-Lothringen.