"Experiment" – Waffennarr löst Panik in Walmart aus

Mit Sturmgewehr und Pistole betrat Dmitriy Andreychenko eine Walmart-Filiale in Missouri. Nach seiner Festnahme zeigte er sich über die "negativen Reaktionen" überrascht.
Der Mann, der schwer bewaffnet in einem Walmart-Laden in Springfield im US-Staat Missouri lief, ist identifiziert. Es handelt sich um den 20-jährigen Dmitriy Andreychenko. Bei seiner Einvernahme durch die Polizei erklärte der junge Mann, er habe überprüfen wollen, "ob dieser Walmart den zweiten Zusatzartikel zur US-Verfassung respektiert". Dieser sichert den amerikanischen Bürgern das Recht auf Waffenbesitz zu.

Andreychenkos Aktion hatte für Panik gesorgt: Am Donnerstagnachmittag war er mit seinem Auto zu einem Geschäft der Einzelhandelskette gefahren. Auf dem Parkplatz zog er eine Schutzweste an und holte sein geladenes Sturmgewehr aus dem Kofferraum und hängte es über seine Schulter. In seiner rechten Hüfte trug er eine geladene Pistole. Dann packte er seine Kamera und filmte, wie er einen Einkaufswagen nahm und in den Laden lief.

Überrascht, dass alle "so negativ" reagieren

Er sei gespannt gewesen, ob ihn jemand in dieser Aufrüstung aufhalten würde, sagte Andreychenko aus. Er sei überrascht gewesen, als die Leute "so negativ" auf ihn reagierten. "Das hier ist Missouri. Ich würde es verstehen, wenn wir in New York oder Kalifornien wären, wo die Leute bei so etwas durchdrehen würden."

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Der Feueralarm sei dann losgegangen und er sei zum Ausgang gelaufen. Dort stand plötzlich ein Feuerwehrmann, der nicht im Einsatz war, und hielt Andreychenko mit einer Waffe in Schach bis die Polizei eintraf. Der Geschäftsführer der Walmart-Filiale hatte den Alarm aktiviert, weil er glaubte, dass Andreychenko "in den Laden gestürmt war, um Menschen zu töten."

Frau und Schwester waren dagegen

Die Ermittler befragten zudem Andreychenkos Ehefrau Angelice. Sie erklärte, sie habe von der Absicht ihres Mannes gewusst, schwer bewaffnet einkaufen zu gehen. Sie habe ihm aber geraten, es nicht zu tun. Die Leute könnten die Sache ernst nehmen, nachdem erst kürzlich ein Bewaffneter in einem Walmart in El Paso 22 Menschen getötet hatte. Angelice bezeichnete Andreychenkos Plan, als "die Tat eines unreifen Buben."

Auch Andreychenkos Schwester wurde befragt: Ihr Bruder habe sie gebeten, seine Aktion zu filmen. Er habe das Ganze "als soziales Experiment" verstanden. "Er wollte wissen, wie die Menschen auf das Tragen von Waffen im öffentlichen Raum reagieren. Aber ich sagte ihm, dass ich das für eine schlechte Idee halte und weigerte mich, ihm zu helfen."

Kein Recht, andere Bürger zu gefährden

Der junge Mann wurde am Freitag wegen terroristischer Bedrohung angeklagt. Staatsanwalt Dan Patterson sagte, dass die Einwohner von Missouri zwar Waffen tragen dürften, "aber es ist nicht ihr Recht, rücksichtslos und kriminell zu handeln und andere Bürger zu gefährden."

Auch wenn keine Schüsse gefallen seien, sei es ein Fakt, dass beide Waffen geladen waren und Andreychenko mehr als 100 Patronen bei sich gehabt habe, erklärte der Staatsanwalt.

Sollte er verurteilt werden, drohen dem 20-Jährigen bis zu vier Jahren Haft.

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