Nach dem bewaffneten Einmarsch Russlands in die Ukraine gibt es auch in der Formel 1 die Diskussion, wie man mit russischen Piloten umgehen soll. Derzeit ist es ihnen erlaubt, unter der Flagge des Welt-Automobilverbands FIA weiterhin ihr Geld in der PS-Königsklasse zu verdienen.
Das betrifft vor allem Nikita Mazepin, der für das US-Team Haas F1 im Cockpit sitzt. Bei Ferrari steht Robert Shwartzman als Testpilot unter Vertrag. Während die FIA also mit harten Sanktionen noch wartet, prescht jetzt aber ein Streckenbetreiber vor. Der britische Automobilverband sprach am Mittwoch ein Teilnahmeverbot für Teams, Fahrer und Offizielle aus Russland und Belarus aus. Ein Start von Mazepin beim zehnten Saisonrennen am 3. Juli in Silverstone ist damit ausgeschlossen. Die Rennlizenz des Teamkollegen von Mick Schumacher wird in Großbritannien bis auf Weiteres nicht mehr anerkannt.
Wie es aussieht wackelt Mazepins Zukunft in der Formel 1 aber auch aus anderen Gründen. Mazepins milliardenschwerer Vater Dimitri ist Mehrheitsaktionär beim Bergbauunternehmen Uralkali, dem Hauptsponsor von Haas F1. Der Rennstall entfernte nach dem russischen Angriff auf die Ukraine bei den Tests in Barcelona vergangenen Freitag das Logo des Groß-Geldgebers sowie dessen Farben, die denen der russischen Flagge entsprechen, von Rennwagen, Garage und Motorhome. Sollte sich der Geldgeber zurückziehen, ist die Zukunft des gesamten Teams in Gefahr.