Silvester: Kein Feuerwerk ist das beste Feuerwerk

Panische Tiere, Luftverschmutzung, Müllberge: Die Stadt Wien appelliert an jeden Einzelnen, ohne Silvesterkracher ins Jahr 2020 zu feiern.

Zwar hat ein fulminantes Feuerwerk zum Jahreswechsel auf der ganzen Welt Tradition. Die paar Minuten Augenschmaus gehen jedoch, wie man heute weiß (weil mess- und sichtbar), auf Kosten der Tierwelt (Wildtiere wie Haustiere), Umwelt und Luftqualität. Darum appelliert die Stadt Wien zum heurigen Jahreswechsel, komplett auf Silvesterkracher zu verzichten. Auch strenge Polizei-Kontrollen sind angekündigt.

"Erst gar nicht gekaufte Silvesterkracher sind die besten Silvesterkracher!"

, heißt es in einer Aussendung der Stadt Wien. „Zum einen werden Luftschadstoffe wie Feinstaub, Schwefeldioxid und Stickstoffoxide sowie Schwermetalle in großer Menge freigesetzt. Zum anderen ist der Lärm eine Belastung für Wildtiere, Haustiere, Kinder und ältere Menschen", erklärt Karin Büchl-Krammerstätter, Leiterin der Abteilung Stadt Wien-Umweltschutz.

Lebensgefahr für Wildtiere

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Für Wildtiere kann ein Feuerwerk lebensgefährlich sein. Wildtiere haben ein sehr empfindliches Gehör und nehmen Geräusche viel intensiver wahr als Menschen.

„Feuerwerkskörper versetzen die Tiere in Panik. Die dadurch verursachte Flucht kann für Wildtiere mit schweren Verletzungen oder sogar tödlich enden"

, so der Stellvertretende Forstdirektor Herbert Weidinger.

Auch wenn die Tiere bei der Flucht nicht verunfallen, verbrauchen Stress und Angst ihre ohnehin nur knappen Kraft- und Energiereserven, die vor allem im Winter überlebensnotwendig sind. Die Tiere brauchen oft Tage und Wochen, bis sie nach der Silvesterknallerei wieder in ihr gewohntes Verhalten zurückfinden.

Verletzungs- und Brandgefahr

"Mangelhafte Billigprodukte" und "falsche Bedienung von pyrotechnischen Produkten" können dazu führen, dass Silvesterknaller schon am Boden explodieren oder als "brennende Fackeln vom Himmel fallen", warnt die Stadt Wien.

Es besteht akute Verletzungsgefahr für Mensch und Tier. Zudem können auf Waldböden und Wiesenflächen gefährliche Brände entstehen, die unnötige Schäden in der Natur anrichten.

Der Forst- und Landwirtschaftsbetrieb der Stadt Wien appelliert dringend, keine Raketen und Feuerwerkskörper in Waldgebieten, Parkanlagen und anderen Rückzugsräumen von Wildtieren und Vögeln abzufeuern. Auch grüne Ruhezonen in der Stadt, wo insbesondere Singvögel eine Zuflucht finden, sollten von der Silvesterknallerei verschont bleiben.

Luftverschmutzung und Müllberge

Das ganze Jahr wird fleißig an Wiens Luftqualität gearbeitet, bzw daran, nicht noch mehr Feinstaub zu produzieren als wir es ohnehin tun. Diese Bemühungen hätten dazu geführt, dass es "heute deutlich weniger Feinstaub gibt als noch vor 15 Jahren", heißt es aus der Umweltschutzabteilung der Stadt Wien.

Zum Jahreswechsel wird die Luft allerdings (unter anderem) mit Feinstaub verschmutzt, als gäbe es kein Morgen. Je nach Wetterlage dauere es bis zu mehreren Tagen,bis sich die Luftsituation in Wien wieder normalisiert. In Zahlen ausgedrückt:

"Die Spitzenwerte für Feinstaub (PM10) liegen an einzelnen Messstellen rund um 24 Uhr in der Silvesternacht kurzfristig beim 20-fachen des Tagesmittels laut EU-Grenzwert"

, informiert die Umweltabteilung der Stadt Wien.

Neben der Luft werden aber auch Grünflächen und Straßen mit Knaller-Resten verschmutzt: Papier, Karton, Holz und Plastik, oft mit Schwermetallen wie Arsen, Blei oder Cäsium belastet, landen in der Umwelt. Diese Müllberge sind auch für Wildtiere gefährlich, die auf Nahrungssuche sind.

Strenge Polizeikontrollen, Verbote

Zum Jahreswechsel kündigt die Stadt Wien besonders genaue und strenge Polizeikontrollen an. Im Bedarfsfall "schreitet die Polizei rigoros ein", heißt es in einer Aussendung. Man will vor allem der „Silvesterknallerei" und "der verbotenen Böllerverwendung in urbanen Bereichen" einen Riegel vorschieben.

Wir haben hier einen Überblick für dich zusammengestellt,welche Feuerwerkskörper, Raketen und sonstige pyrotechnischen Gegenstände verboten sind. Grundsätzlich gilt, Feuerwerkskörper der Kategorien F2-F4 sind im gesamten Ortsgebiet oder in unmittelbarer Nähe größerer Menschenansammlungen oder Tierheimen verboten.

Bei Zuwiderhandeln droht eine Geldstrafe in der Höhe von bis zu 3.600 Euro. Zudem werden erfahrungsgemäß Tische und Bänke aber auch Mistkübel, immer wieder als Startrampe für Raketen verwendet und dadurch beschädigt bzw. zerstört. Die Beschädigung solcher Einrichtungen kann ebenfalls zu empfindlichen Strafen führen.

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