Simmering bekommt jetzt Zonen-Parkpickerl

Bild: Denise Auer
Seit 20. September lief die Pickerl-Befragung in Simmering, über drei Zonen wurde abgestimmt. Dienstagnachmittag gab es das Ergebnis: Zone A soll Pickerl-Zone werden.
Wien hat einen weiteren Parkpickerl-Bezirk: Nach den Bezirken innerhalb des Gürtels, sowie den Bezirken Leopoldstadt, Favoriten (seit 4. Semptember 2017), Meidling, Rudolfsheim-Fünfhaus, Ottakring, Hernals, Währing und Brigittenau wird nun auch in Simmering "Parkraumbewirtschaftet".

39.937 der rund 83.000 stimmberechtigten Bewohner gaben ihr Votum ab, abgestimmt wurde über drei Zonen:

Zone A umfasst das Zentrum (inklusive aller U-Bahn-Stationen), Zone B geht von der Hasenleitengasse bis zum Zentralfriedhof und Zone C vom Thürnlhof über den Muhrhoferweg und Leberberg bis zur nö. Stadtgrenze.



Dienstagnachmittag stand fest: Die Simmeringer sprachen sich mit 13.625 zu 8.267 Stimmen für das Parkpickerl in der Zone A, also für das Zentrum inklusive aller U-Bahnstationen und deren Umfeld, aus. Die Zonen B (1.544 Ja, 2.801 Nein) und C (4.526 Ja, 9.045 Nein) sollen kurzparkzonenfrei bleiben.

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch. Bezirkschef rechnet mit Einführung zum Schulschluss 2018

Nun ist die Bezirksvertretung am Zug. Bezirksvorsteher Paul Stadler (FPÖ) will sich kommende Woche mit den Klubobleuten der anderen Parteien treffen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Wenn in der nächsten Bezirksvertretungssitzung am 13. Dezember eine Mehrheit für die gewünschte Lösung gefunden wird, rechnet der Bezirkschef mit der Pickerl-Einführung zum Schulschluss 2018. "Ich werde mich jedenfalls für den Wunsch der Bevölkerung, also Parkpickerl für die Zone A, einsetzen", so Stadler zu "Heute".

Am liebsten sei ihm aber weiterhin ein wienweit gültiges Pickerl für alle Wiener. "Schließlich kennt sich bei dem Fleckerteppich und den verschiedenen Regelungen keiner mehr aus", schimpft Stadler. Weiterer Wunsch: Die U3-Verlängerung bis zum Flughafen samt großen Park & Rides auf niederösterreichischem Gebiet.

Dass die an die Zone A angrenzenden Gebiete bald von Pickerl-Flüchtlingen zugeparkt werden, glaubt Stadler nicht. Einzig die Simmeringer Hauptstraße könnte zum Problem werden. "Wenn das passiert, könnte man hier Kurzparkzonen einführen. Das würde ich mir mit den Klubchefs der anderen Parteien dann anschauen – und wir würden uns sicher einigen. Schließlich geht es um die Bevölkerung und nicht um Parteien", betont Stadler gegenüber "Heute".

Grüne jubeln – und werfen der FPÖ "Desinformation" vor

Ein bisschen um Parteien geht es aber doch: Trotz "monatelanger Nicht- und Desinformation durch die FPÖ, Verschiebung der Befragung, Verwirrung um die Zonen, dem versuchten Ausschluss von BürgerInnen von der Befragung und der angekündigten unterschiedlichen Wertung von Stimmen konnte die Mehrheit der Simmeringer in der Zone A für ein Ja gewonnen werden", jubeln die Grünen in einer Aussendung. „Die Bevölkerung Simmerings, die in den überparkten Gebieten rund um die U-Bahn wohnt, hat die Zeichen der Zeit erkannt", so der Klubobmann der Grünen Simmering, Patrick Zöchling.

Befragung sorgte bereits im Vorfeld für Ärger

Die Befragung, oder vielmehr die Frage, wer und wie befragt werden soll, hatte im Vorfeld für Aufregung gesorgt. Stadler wollte die rund 16.000 Drittstaatsangehörige und Asylwerber, die in Simmering leben, ursprünglich von der Abstimmung ausschließen. Die Stadt entschied anders.

Also wählte Stadler einen anderen Weg: Auf einem zweiten Zettel wurde die österreichische Staatsbürgerschaft abgefragt. Die Beantwortung der Frage war allerdings freiwillig. Weiters wollte der Bezirkschef von den Simmeringern wissen, wie lange sie bereits im Bezirk wohnen, ob sie einen Führerschein oder ein Auto besitzen, wie sie sich in der Stadt fortbewegen und was sie grundsätzlich vom Parkpickerl-System halten.



"Pickerl-Flüchtlinge" machten handeln notwendig


Seitdem am 4. September die kostenpflichtigen Kurzpark-Zonen in Favoriten eingeführt wurden, hat Simmering verstärkt mit "Pickerl-Flüchtlingen" aus dem Nachbar-Bezirk zu kämpfen. Ein weiterer Grund für die Befragung ist der Anstieg von zugelassenen Pkw (von 2007 bis 2016 um 12.755 Fahrzeuge). (ck)

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