Singender Häftling hing fast 8 Stunden an Türe

Der 26-Jährige macht Lärm, hing dann an Türe - die Beamten staunend daneben.
Der 26-Jährige macht Lärm, hing dann an Türe - die Beamten staunend daneben.Bild: privat, Lie, Wikipedia

Unruhige Nacht für Häftlinge und Beamte in Simmering: Ein singender Insasse hing die ganze Nacht an einem Türgriff – konnte nicht entfernt werden.

Schlager statt Schlaf in der Justizanstalt Wien-Simmering für Dutzende Insassen und einige Beamte. Kurz vor der Nachtruhe hatte ein Strafgefangener (26) plötzlich inbrünstig zu singen begonnen, schlug rhythmisch gegen die Zellenwände.

Drei Beamten redeten zunächst auf den 26-Jährigen ein, der Insasse wurde nur noch lauter – die Wärter schlossen schließlich die Zellentüre auf. Der bullige Nigerianer drängte die Beamten auf den Gang, zertrümmerte ein Fenster, konnte mit Mühe und Pfefferspray kurz gebändigt werden und sollte dann in eine Absonderungszelle.

Nur: Bei der Gangtüre zur anderen Abteilung krallte sich der Afrikaner fest und gab zu verstehen, dass er jetzt hier hängen bleibe. Fünf weitere Beamte mit Schild, Schlagstock und Helm rückten an. Ein hektisches Telefonat nach dem anderen folgte, zwei Beamte mussten den hängenden Häftling Stunden lang bewachen – zwei weitere Pfefferspray-Attacken auf den hängenden Sänger steckte dieser weg. In der Früh wurde der 26-Jährige müde und ging freiwillig in den Haftraum zurück.

Gewerkschafter Roman Söllner (AUF) schüttelt den Kopf: „Es wurde der Befehl des Nicht-Einschreitens erteilt. Dass dann Beamte den hängenden Häftling die ganze Nacht lang bewachen müssen, geht ins Skurrile." (Lie)

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