Kolumne LiebesLeben

Situationship-Falle: Einer will irgendwann mehr

Mehr als eine Affäre, aber weniger als eine Beziehung: Das moderne Modell des Nicht-Wirklich-Zusammenseins funktioniert nicht.
Sandra Kartik
28.01.2026, 06:00
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Es fühlt sich verdächtig nach Beziehung an und ist doch keine. Man schläft im Arm des anderen ein, schreibt sich jeden Tag, trifft sich mehrmals die Woche, erkundigt sich, wie es beim Arzt war und schickt sich Songs, die man bald zusammen hören will. Man geht aus, stellt einander Freunde vor, übernachtet, teilt emotionale Wunden und Sehnsüchte. Man öffnet sich, auch im Bett, fährt die Schutzmauer herunter und fühlt. Das kann Angst machen. Denn es ist ja nichts Fixes, schließlich hat man das anfangs doch so ausgemacht.

Meistens legt dann einer von beiden unerwartet eine Vollbremsung hin. Auf große Intimität folgt der raue Rückzug, vielleicht sogar grausames Ghosting, nach all der Nähe. Das Wesen eines Gspusis, heute besser bekannt als Situationship, ist eine verwirrende Mischform aus Alles und Nichts. Man spürt ein Wir und doch ist es keins. Es soll möglichst locker bleiben, aber schlafen will man doch nur miteinander. "Das geht sich am Ende des Tages nicht aus. Einer will immer mehr – oder weniger", weiß N. Auf den Höhenflug folgt die harte Landung in der Realität. Nach liebestrunkenen Beschwörungen macht sich Ernüchterung breit. Es war nicht alles falsch, sondern nur eine Übung für das Richtige.

Ich schreibe wöchentlich über das Thema Liebesleben. Was beschäftigt dich gerade? Maile mir gerne an: [email protected].

{title && {title} } sk, {title && {title} } 28.01.2026, 06:00
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