Skandal! HSV-Profi stürmt Tribüne, knöpft sich Fan vor

Toni Leistner knöpft sich einen Dresden-Fan vor.
Toni Leistner knöpft sich einen Dresden-Fan vor.Imago Images
Der Hamburger SV scheitert im DFB-Pokal an Drittligisten Dresden. Die negativen Emotionen haben nach dem Spiel nicht alle unter Kontrolle.

Der Hamburger SV hat seinem neuen Trainer Daniel Thioune das Pflichtspiel-Debüt gründlich vermiest. Der Zweitligist unterlag am Montag bei Dynamo Dresden in der 1. Runde um den DFB-Pokal mit 1:4. Yannick Stark hatte den Drittligisten bereits nach drei Minuten in Führung gebracht, die Robin Becker (16.) zum Jubel der 10.053 Zuschauer im Rudolf Harbig-Stadion früh ausbaute. Nach dem Wechsel traf Christoph Daferner (53.) zur Vorentscheidung. Amadou Onana gelang eine Minute vor dem Ende der HSV-Ehrentreffer, ehe Sebasian Mai (90.+5) per Elfmeter mit dem Schlusspfiff den Endstand markierte.

Spieler knöpft sich Fan vor

Die Niederlage sorgte nicht nur bei den Hamburger Fans für Unmut sondern auch für einen handfesten Eklat. Nach dem Spiel tauchten in den sozialen Medien Videos auf, die den HSV-Spieler Toni Leistner zeigen, wie er die Tribüne erklimmt und auf einen Dynamo-Fans losgeht. Auf den Bildern ist zu sehen, wie der Verteidiger den Fan, der den Spieler offenbar zuvor beleidigte, am Kragen packt und zu Boden auf die Stadiontreppe drückt. Kurz darauf mischt sich ein anderer Zuschauer ein und schubst Leistner schließlich weg. Dieser hatte kurz zuvor ein Interview vor dem Fanblock gegeben.

Grund für den Ausraster Leistners waren seinen Aussagen zufolge Provokationen durch einen Dynamo-Anhänger zu Beginn eines Interviews mit dem Bezahlsender Sky. "Meine Familie lasse ich nicht beleidigen", sagte der 30-Jährige, nachdem er von der Tribüne wieder herunter gekommen war. Nach weiteren Beleidigungen brach der Abwehrspieler den zweiten Interviewversuch ab.

"Ich habe nichts mitbekommen und nur gesehen, dass Toni Leistner den Rückweg von der Tribüne angetreten hat. Da muss sicherlich was im Vorfeld geschehen sein, aber ich kann es nicht bewerten, weil ich keine Bilder gesehen habe, wovon das ausgegangen ist", sagte HSV-Trainer Daniel Thioune.

In die Partie hatte der HSV nur schwer gefunden und musste nach Fehlern in der Abwehr zwei schnelle Gegentore einstecken. Es waren die ersten Torannäherungen der Sachsen. Im Aufbau wirkten die Hanseaten zu pomadig und langsam. Erst nach einer halben Stunde wurde der HSV etwas gefährlicher. Wirklich klare Chancen waren aber auch nach der Pause selten, stattdessen traf Dynamo mit einem satten Fernschuss und beruhigte damit das eigene Spiel. Danach zog sich der Gastgeber zurück und lauerte auf Konter, der ideenlose HSV konnte mit der optischen Überlegenheit nichts anfangen.

Bundesligist scheidet aus

Armina Bielefeld ist als zweiter Bundesligist nach Hertha BSC Berlin bereits in der 1. Cup-Runde ausgeschieden. Der Aufsteiger verlor am Montagabend beim Regionalligisten Rot-Weiss Essen mit 0:1. Simon Engelmann besiegelte mit seinem Treffer in der 33. Minute die Cup-Überraschung, die die 300 im Stadion zugelassenen Zuschauer ausgelassen bejubelten. Hertha BSC war am Freitag durch ein 4:5 beim Zweitligisten Eintracht Braunschweig ausgeschieden.

Im Duell zweier Zweitligisten gewann Hannover 96 bei den Würzburger Kickers mit 3:2 (1:0). Hendrik Weydandt (23.), Dominik Kaiser (59.) und Timo Hübers (78.) markierten die Treffer für die Niedersachsen, die in der Schlussphase fast noch ihren 3:0-Vorsprung verspielten. Arne Feick (89.) und Robert Herrmann (90.+5) sorgten noch für die späten Würzburger Tore.

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