Luxus-Autos für Familienmitglieder, Scheinfirmen und Bargeldzahlungen in Millionenhöhe: Die Liste der Vorwürfe gegen den privaten Kindergarten-Betreiber "Minibambini" ist lang, wir berichteten. Vizebürgermeister Christoph Wiederkehr (Neos) veranlasste eine Sonderprüfung. Das Ergebnis bestätige laut Wiederkehr die Vorwürfe des Stadtrechungshofs.
Auch im Vorjahr soll "Konstruktionen über Scheinfirmen" gegeben haben. Die Stadt Wien drehte dem Kindergarten-Verein nun den Geldhahn zu. "Minibambini" muss mehrere Hunderttausend Euro Fördergeld an die Stadt Wien zurückzahlen. Es gebe Hinweise auf "betrügerische Absichten". Der Fall liegt nun bei der Staatsanwaltschaft Wien, es gilt die Unschuldsvermutung.
Theoretisch könnte der Betrieb der Kindergärten weiterlaufen. Wiederkehr bezweifelt aber, dass sich das finanziell ausgeht. Der Förderstopp werde zu einer Insolvenz des Betreibers führen. Die Stadt sucht Ersatzplätze für die rund 800 Kinder. Die Pädagoginnen und Pädagogen werden schnell neue Arbeitsplätze finden – Kindergarten-Betreuer werden dringend gesucht.
Nun nimmt auch der Verein "Minibambini" zu den Vorwürfen Stellung: "Die Ankündigung des sofortigen Förderstopps von Stadtrat Wiederkehr kommt plötzlich und überraschend", so ein Sprecher zu "Heute". "Sechsstellige Beträge wurden von Seiten des Kindergartenvereins bereits zurückbezahlt und Unterlagen nachgereicht." Die pädagogische Überprüfung habe zudem "ein sehr zufriedenstellendes Ergebnis" gebracht.
"Eigentlich hätte im März zur weiteren Überprüfung gemeinsam mit den Behörden ein Wirtschaftsprüfer eingesetzt werden sollen – das wurde offenbar nicht mehr abgewartet", so der Sprecher. "Nun stehen über 900 Kinder und deren Eltern vor einer ungewissen Zukunft. Auch 139 MitarbeiterInnen sind von dem plötzlichen Förderstopp betroffen. Die Zukunft der Kinder bereitet 'Minibambini' am meisten Sorgen und wir wollen unbedingt eine gute Betreuung für die Kleinsten sicherstellen." Derzeit seien keine Schließungen und Kündigungen geplant.