Fussball

Skandalspiel! Klubs passen Ball 12 Minuten hin und her

Schlau oder unsportlich? In der deutschen vierten Liga trennten sich Elversberg und Frankfurt 1:1. Im Finish stellten beide ihre Bemühungen ein.
Erich Elsigan
09.05.2022, 07:24
olympia live
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Neuauflage der "Schande von Gijon"! Deutschland feierte 1982 bei der WM in Spanien einen 1:0-Sieg gegen Österreich. Weil das Ergebnis beiden Nationen zum Aufstieg reichte, stellten sie gegen Ende der ersten Hälfte das Spielen ein, schlossen einen "Nichtangriffspakt". 

Teams feiern gemeinsam

Ähnliches passierte an Wochenende in der deutschen Regionalliga. Beim Duell zwischen dem FSV Frankfurt und der SV Elversberg steht es zwölf Minuten vor dem Ende 1:1. Weil das Parallelspiel praktisch entschieden ist, steht so gut wie fest, dass Elversberg den Aufstieg und Frankfurt den Klassenerhalt fixiert. Die Folge: Elversberg zieht sich mit Ball zurück, schiebt sich in der eigenen Hälfte für den Rest der Partie den Ball zu, die Fans applaudieren. Der FSV kann damit gut leben, berührt kein einziges Mal das Spielgerät.

"Uns hat das Unentschieden gereicht. Warum sollten wir da attackieren", verteidigte Frankfurt-Coach Tim Görner später das Vorgehen. Sein Gegenüber Horst Steffen: "Es war klar, dass wir so gut wie durch sind. Da ist das legitim."

Am Ende feierten beide Teams gemeinsam ihren "Erfolg". Nur die Fairness blieb auf der Strecke. Denn Großaspach, hat trotz ihres 3:1-Sieges gegen Ulm keine Chance mehr auf den Klassenerhalt.

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