Gletscher-Ärger

Ski-Hammer! Baustopp bei Weltcup-Abfahrt in Zermatt

Dem Ski-Weltcup droht noch vor dem Saisonstart die erste große Absage. Die Arbeiten an der Strecke mussten gestoppt werden. Ein Rechtsstreit droht.

Sport Heute
Ski-Hammer! Baustopp bei Weltcup-Abfahrt in Zermatt
Die Abfahrt zwischen Geröll und Felsen wackelt.
JEAN-CHRISTOPHE BOTT / Keystone / picturedesk.com

Paukenschlag! Die Weltcup-Piste auf dem Schweizer Theodulgletscher müssen die Arbeiten an der Strecke gestopptwerden.

Baustopp

Auf dem Theodulgletscher arbeiteten zuletzt Bagger im Eis. Mitte November sollen bei Zermatt/Cervinia Ski-Weltcuprennen der Männer und Frauen stattfinden. Die Arbeiten gaben jedoch zu reden, denn sie sollen sich ausgeweitet haben und in mehreren Bereichen über das im kommunalen Nutzungsplan vorgesehene Programm hinausgehen. Diese Kritik wies der Zermatter OK-Chef Franz Julen am Dienstag gegenüber 20 Minuten vehement zurück.

Nun jedoch der Paukenschlag. Auf dem Theodulgletscher können Teile der Weltcup-Piste nicht weitergebaut werden, so das SRF. Sie befinden sich entgegen der Julen-Aussagen doch außerhalb der erlaubten Zone. Gegen den Entscheid kann Beschwerde geführt werden. Parallel dazu wird die kantonale Baukommission in Kürze Sichtungen vor Ort vornehmen. Das berichtet die Kommission in einer Mitteilung, OK-Chef Franz Julen gab noch kein Statement ab, kündigte aber ein solches für Donnerstagabend an.

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    Julen meinte am Dienstag zu 20 Minuten: "Wir haben nichts zum Verbergen. Wenn die Behörden die Situation anschauen wollen, können sie das gerne machen. Wir weisen alle Vorwürfe entschieden zurück." Auch beklagte der OK-Chef, dass sie nun zum "Sündenbock" gemacht werden würden.

    Zermatt-Rennen sollen Mitte November stattfinden

    Die Bilder der Bagger erhitzte zudem die Gemüter. Zahlreiche Leserinnen und Leser von 20 Minuten waren aufgebracht. Matthias Huss, Glaziologe an der ETH Zürich, meinte zuletzt auf Anfrage: "Die Gletscher in der Region Zermatt stehen seit Jahren unter intensiver Nutzung und sind nicht mehr unberührt. Bauarbeiten durch Baumaschinen haben zwar einen lokalen Einfluss auf die Eisdicke, aber sind insofern nicht schädlicher für den Gletscher als der normale Skibetrieb."

    ÖSV warnt: Sölden könnte Ziel von Klima-Aktivisten sein

    Die beiden Männer-Abfahrten bei Zermatt/Cervinia sollen am 11. und 12. November stattfinden, die Frauen-Abfahrten eine Woche später. Bereits Ende Oktober finden derweil die ersten Weltcup-Rennen im österreichischen Sölden statt. Den Start bestätigte am Donnerstag die FIS.

    "Macht es wirklich Sinn?"

    Der Skirennsport, respektive der frühe Start in die Saison, sorgte bereits in den letzten Tagen immer wieder für Kritik. Mikaela Shiffrin meinte beispielsweise: "Ich kann jederzeit, auch bei warmen Temperaturen, in den mentalen Zustand kommen, um Rennen zu fahren. Aber macht es wirklich Sinn?"

    Auch die Schweizerin Michelle Gisin äußerte sich zum Thema des Klimawandels, sie bestätigte Shiffrins These und meinte: "Man könnte den Kalender sicher optimieren." Gegenüber 20 Minuten sagte die zweifache Olympiasiegerin: "Ich glaube, man arbeitet nach wie vor eher gegen die Natur als mit den Begebenheiten." Man bewege sich eher nicht mit dem Klimawandel fort, erklärte sie.

    red
    Akt.