Mit dem ersten Weltcup-Sieg in Zagreb 2021 ist der deutsche Slalom-Spezialist Linus Straßer in der Elite der Ski-Welt angekommen. In der letzten Saison konnte er mit zwei dritten und zwei vierten Plätzen gut in die Saison starten, war Mitfavorit auf eine WM-Medaille in Meribel. Doch die hochgesteckten Ziele des Deutschen endeten im Debakel. 14. im Parallelbewerb und ein neunter Rang in seiner Paradedisziplin Slalom.
Vor dem ersten Saison-Slalom in Gurgl verrät der 31-Jährige jetzt beim "SID": "Ich hatte einfach keine Lust mehr. Das kann ich ganz offen und ehrlich zugeben. Ich hatte keinen Bock mehr zu trainieren, auch nicht im Sommer."
Neben der WM-Enttäuschung wurde Straßer auch zum ersten Mal Vater. Nach dem Ski-Winter realisierte er erst wirklich, was das bedeutet, er fiel in ein Loch. Der deutsche Cheftrainer Christian Schwaiger meinte zur Situation seines Slalom-Stars: "Wenn du Papa wirst - das ist eines der schönsten Dinge der Welt, aber das verändert auch deine Freiheit als Sportler, du hast mehr Verantwortung, musst deine Frau unterstützen. Das musst du alles erstmal auf die Schiene bringen."
Der dreifache Renn-Sieger im Weltcup fand aber im Sommer wieder in die Spur. "Ich hab' das Training einfach als Arbeit gesehen. Irgendwann bin ich dabei wieder auf andere Gedanken gekommen."
Straßer hatte bereits vor vier Jahren mit einer gewissen Lustlosigkeit zu kämpfen. Damals war er noch die Nummer zwei im DSV-Team hinter Felix Neureuther. Im Training fuhr der damals 26-Jährige Neureuther immer wieder davon, in den Rennen war davon allerdings nichts zu sehen. Für den Deutschen war das "sehr zermürbend", wie er in einem Interview durchklingen ließ.
Mit einem neuen Trainerteam kam Straßer wieder in die Spur und mauserte sich zu einem der besten Slalomfahrer der Welt. Die Ziele für diese Saison sind klar: "Ich will bei jedem Rennen um das Podium mitfahren."