Die Skiwelt war geschockt, als Aleksander Aamodt Kilde bei der Lauberhornabfahrt in Wengen im Ziel-S mit großem Tempo im Fangzaun einschlug. Es war nur eine von vielen schweren Verletzungen, die in diesem Winter bis jetzt passierten. Neben einem Schnitt in der Wade kugelte sich der Ski-Star auch noch die Schulter aus. Ein schnelles Comeback ist beim Freund von Mikaela Shiffrin nicht in Sicht.
Jetzt meldet sich Landsmann Lucas Braathen zu Wort. Der Slalom-Gesamtsieger der letzten Saison, der seine Karriere vor diesem Winter völlig überraschend beendete, hat sich nach dem schweren Sturz Gedanken über den Ski-Zirkus und Kilde gemacht.
"Ich bin froh, dass es Aleks gut geht. Die Leute sagen, dass sie hoffen, dass Aleks schnell zurückkommt. Aber ehrlich gesagt hoffe ich nur, dass ich ihn wieder lachen und sich gut fühlen sehe", meinte der 23-Jährige bei den Hahnenkammrennen in Kitzbühel.
Und weiter: "Plötzlich sorgt man sich um etwas viel Wichtigeres, als in den Sport zurückzukehren. Es ist wichtig, sich an diese Momente zu erinnern. Wir müssen Respekt vor dem Sport haben und Respekt vor den Athleten. Kitzbühel ist, was es heute ist, weil wir unser Leben aufs Spiel setzen."
Die Streif ist für den Norweger ein Spiel mit dem Feuer: "Es gibt dir einen neuen Blickwinkel auf diesen Sport. Wir sind hier in Kitzbühel, um die Kunst des Sports zu zelebrieren. Aber in einer Hundertstelsekunde macht man seinen Beruf nicht optimal und kann mit einer lebensgefährlichen Verletzung raus sein."
Schon in Wengen gab es mit Alexis Pinturault, Marco Kohler und Kilde drei Schwerverletzte. Auch in Kitzbühel stürzten Barnabas Szöllös und Remi Cuche schwer, die Saison ist für alle Athleten vorbei.