Skilegende Accola tötet Bub mit Mähmaschine

Bild: Eric Gaillard / Reuters

Bei einem tragischen Unfall hat der Schweizer Ex-Skirennfahrer Paul Accola einen achtjährigen Buben mit einer Mähmaschine getötet. Der 45-jährige mehrfache Weltcupsieger habe den Buben beim Mähen auf einer Wiese erfasst, als er rückwärtsfuhr, teilte die Polizei am Donnerstag mit.

Bei einem tragischen Unfall hat der Schweizer Ex-Skirennfahrer Paul Accola einen achtjährigen Buben mit einer Mähmaschine getötet. Der 45-jährige mehrfache Weltcupsieger hatte den Buben beim Mähen auf einer Wiese erfasst, als er rückwärtsfuhr, teilte die Polizei am Donnerstag mit.

Das Unglück hatte sich am Mittwoch gegen 15 Uhr auf einer Wiese nahe Davos ereignet. Der Erstklässler Jann-Andri L. war gerade auf der Wiese, als Accola die Mähmaschine lenkte. Plötzlich überrollte er das Kind. Jann-Andri erlag in einem Krankenhaus seinen schweren Verletzungen.

"Er war so fröhlich an diesem Nachmittag"

Accola hatte seinen Nachbarn wie so oft beim Mähen geholfen. Die Bäuerin, Ursula Kindschi, erzählte später: "Ich stand mit dem Rücken zum Traktor und mähte von Hand", zitiert die Schweizer Zeitung "Blick" die Frau . "Ich sah einen Buben auf dem Feld. Und hörte dann, dass Päuli ihm etwas zurief. Er solle weg, es sei viel zu gefährlich! Weil beim Mähen oft Steine herumfliegen würden. Ich konzentrierte mich weiter auf meine Arbeit."

Die Bäuerin über den Buben: "Er war so fröhlich an diesem Nachmittag, ist herum­gesprungen. Ich dachte, der weiss schon, dass solche Maschinen gefährlich sind".

Als Accola mit seinem Traktor rückwärts rollt, überfährt er den Erstklässler. "Ich hörte Pauli plötzlich rufen: ‹Ich habe ein Kind überfahren!", so die Bäuerin. Sie eilt sofort zum Buben. "Er lag am Boden, atmete ganz schwer, hatte offene Wunden. Er war nicht ansprechbar. Ich fühlte seinen Puls, traute mich nicht, ihn zu bewegen."

Die Staatsanwaltschaft des Kantons Graubünden leitete eine Untersuchung des Unfallhergangs ein. Die Angehörigen des Buben und Accola erhielten psychologische Betreuung.

"Zutiefst schockiert"

Accola und seine Familie erklärten auf ihrer Internet-Homepage, sie seien durch den tödlichen Unfall "zutiefst schockiert und möchten der betroffenen Familie ihr tiefes Mitgefühl ausdrücken". Zugleich appellierten sie an die Medien, "in dieser für alle sehr schwierigen und belastenden Situation ihren Wunsch nach Privatsphäre zu respektieren".

Der Davoser Skirennfahrer, der selber drei Kinder in Jann-Andris Alter hat,  zählte einst zur erweiterten Weltspitze. 2005 erklärte er mit 38 Jahren als damals ältester Aktiver im alpinen Skizirkus seinen Rücktritt. Accolas größter Erfolg war 1992 der Sieg im Gesamt-Weltcup. Er gewann vier Kombinations-Medaillen bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften.

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