"From Hell I Rise"

Slayer war einmal – jetzt ist Kerry solo der King

Nix für Zartbesaitete: Kerry King meldet sich mit voller Wucht zurück. Die Slayer-Legende veröffentlicht ihr erstes Soloalbum "From Hell I Rise".
Jochen Dobnik
19.06.2026, 20:27
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Kerry King ist zurück – und zwar lauter, härter und kompromissloser denn je! Der legendäre Gitarrist und Mitgründer von Slayer hat heute (19. Juni) sein brandneues Album "From Hell I Rise" veröffentlicht.

Für Metal-Fans weltweit ist es eines der meist erwarteten Alben der letzten Jahre – und King macht unmissverständlich klar: Sein musikalischer Feldzug hat gerade erst begonnen.

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Als Slayer am 30. November 2019 in Los Angeles ihr vermeintlich letztes Konzert spielten, war für viele eine Ära beendet. Für Kerry King war es dagegen der Startschuss für ein neues Kapitel.

Der Ausnahme-Gitarrist hatte nach eigenen Worten noch "viel brutale und provokante Musik in sich", die unbedingt ans Tageslicht musste.

Solo-Debüt mit Slayer-DNA

Mit "From Hell I Rise" präsentiert King nun sein erstes Soloalbum nach mehr als vier Jahrzehnten im Metal-Geschäft. Die 13 Songs liefern genau das, was Fans von ihm erwarten: messerscharfe Riffs, brachiale Aggression und kompromisslose Energie.

Dem unvermeidlichen Vergleich mit Slayer begegnet King gelassen. Er sei überzeugt, dass das Album musikalisch und von den Leistungen der Musiker her problemlos neben jedem Werk seiner früheren Band bestehen könne.

Gleichzeitig weiß er genau, was auf ihn zukommt: Einige Fans würden sich beschweren, dass die Platte zu sehr nach Slayer klingt, andere wiederum, dass sie nicht genug nach Slayer klingt. Das sei eben die Natur der Sache.

Tatsächlich macht der Musiker keinen Hehl daraus, dass "From Hell I Rise" bewusst an die Tradition anknüpft. Schließlich stammte ein Großteil der Slayer-Musik in den letzten Jahren ohnehin aus seiner Feder. Einige Ideen entstanden sogar noch während der Arbeit am letzten Slayer-Album "Repentless".

Die neue Supergroup um Kerry King

Für sein Soloprojekt stellte King eine beeindruckende Besetzung zusammen. Am Schlagzeug sitzt sein langjähriger Weggefährte Paul Bostaph, der bereits mehrere prägende Slayer-Phasen mitgestaltete. An der zweiten Gitarre überzeugt Phil Demmel (Ex-Machine Head), während Kyle Sanders den Bass übernimmt.

Besonders viel Aufmerksamkeit erhielt die Wahl des Sängers. Die Entscheidung fiel auf Mark Osegueda von Death Angel, einen Freund Kings seit den frühen Thrash-Metal-Tagen in Kalifornien.

Kerry King hat eine Superband von alten und neuen Weggefährten um sich herum gebastelt.
Jim Louvau

King schwärmt regelrecht von dessen Leistung. Schon nach wenigen Aufnahmen habe er sich gefragt, ob Osegueda diese Intensität überhaupt dauerhaft halten könne. Mehrmals fragte er nach, ob die kraftvollen Gesangsleistungen auch live reproduzierbar seien. Die Antwort lautete jedes Mal selbstbewusst: Ja.

Produzent Josh Wilbur zeigte sich ebenfalls begeistert und bezeichnete Oseguedas Gesang sinngemäß als dämonisch. Gleichzeitig lobte er King als extrem zielstrebigen Musiker, der genau wisse, was er wolle, dabei aber nie arrogant auftrete.

Politik, Wut und persönliche Themen

Auch inhaltlich bleibt Kerry King seinem Stil treu. Die Texte beschäftigen sich mit Krieg, gesellschaftlichen Konflikten, Frauenrechten und der politischen Entwicklung der USA.

Besonders die Songs "Residue" und "Toxic" entstanden während einer Corona-Erkrankung, als King isoliert in einem Hotelzimmer saß. Die damaligen politischen Entwicklungen in den Vereinigten Staaten hätten ihn wütend gemacht. In seinen Texten verarbeitet er diese Frustration und kritisiert die zunehmende gesellschaftliche Spaltung.

Typisch Kerry King: Die Botschaften werden nicht verklausuliert, sondern direkt und ohne Rücksicht formuliert.

Versteckte Slayer-Anspielungen für Fans

Wer genau hinhört, entdeckt auf "From Hell I Rise" zahlreiche Anspielungen auf Kings Vergangenheit. Immer wieder tauchen Motive auf, die eingefleischte Slayer-Fans sofort erkennen werden. Dämonische Bilder, apokalyptische Szenarien und Wortspiele mit Begriffen wie "Rain" und "Reign" schlagen die Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Besonders clever ist die Konstruktion des Albums selbst. Bereits zu Beginn wird mit den Worten "From Hell I Will Rise" die spätere Schlusspointe angedeutet. Im finalen Titelsong heißt es dann "From Hell I Rise" – die Prophezeiung wird erfüllt. Eine Idee, die King nach eigener Aussage zuvor noch nie umgesetzt hatte und die perfekt zu seinem düsteren Humor passt.

Kerry King denkt nicht an Ruhestand

Während viele Musiker seiner Generation längst über den Ruhestand nachdenken, wirkt Kerry King motivierter denn je. Das beweisen Festival-Auftritte wie zuletzt am Nova Rock 2026 im Burgenland.

Dabei spielte er nicht nur neues Material spielen. Fans durften sich auch auf mehrere Slayer-Klassiker wie "Raining Blood" oder "Black Magic" freuen – Songs, an deren Entstehung King maßgeblich beteiligt war.

Für den Gitarristen ist klar: Seine Vergangenheit macht ihn stolz, aber sie soll ihn nicht daran hindern, neue Wege zu gehen. Genau das beweist "From Hell I Rise" eindrucksvoll.

Pflichtalbum für Thrash-Metal-Fans

Mit "From Hell I Rise" liefert Kerry King genau das Album ab, auf das die Metal-Welt seit dem Ende von Slayer gewartet hat. Die Platte verbindet die unbändige Aggression seiner legendären Band mit frischen Ideen und einer hochkarätigen Besetzung.

Wer gehofft hat, dass Kerry King nach Slayer leiser wird, bekommt heute die Antwort: Das Gegenteil ist der Fall. Der Metal-Veteran erhebt sich aus der Hölle – und lässt die Erde dabei erbeben.

{title && {title} } dob, {title && {title} } 19.06.2026, 20:27
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