Das gemeinsame Bett gilt als Symbol für eine gute Beziehung. Doch immer mehr Paare hinterfragen diese Tradition.
Der Trend "Sleep Divorce" – also Schlafscheidung – verbreitet sich rasant: In Kanada schlafen bereits 40 Prozent aller Paare getrennt.
Die Gründe sind vielfältig: Schnarchen, unterschiedliche Schlafrhythmen oder einfach der Wunsch nach ungestörter Ruhe. Doch bedeutet das automatisch weniger Nähe?
Keineswegs, wie die "Brigitte" unter Berufung auf Autorin Cynthia Zak berichtet. "Nähe und Verlangen können sogar größer werden, wenn man sich bewusst füreinander entscheidet – statt automatisch jede Nacht nebeneinanderzuliegen", erklärt die Expertin.
Eine aktuelle Studie, die im Fachjournal Sleep Health erschien, bestätigt: Paare stören einander im Schlaf. Wer sich nachts dreht, mit den Beinen zuckt oder an der Decke zieht, bringt Bewegung ins System.
Überraschend: Trotzdem zeigten zwei von drei untersuchten Studien beim gemeinsamen Schlafen eine längere REM-Phase – also jene Schlafphase, die mit intensiver Traumaktivität und emotionaler Verarbeitung verbunden ist.
"Oft steckt Angst dahinter – Angst vor Verlust oder Zurückweisung", erklärt Zak. Ihr Rat: "Ich gehe nicht weg von dir, sondern ich tue etwas für mich." Das mache einen großen Unterschied.
Auch ein flexibles Modell ist möglich: Manche Paare schlafen unter der Woche getrennt und am Wochenende zusammen. Wichtig sei offene Kommunikation über die eigenen Bedürfnisse.
Übrigens: Schon bei den alten Römern diente das Ehebett nur für intime Begegnungen – geschlafen wurde getrennt.