Smarte Sci-Fi-Action mit grausigen Überraschungen

Noomi Rapace verkörpert Siebenlinge, die in einer Zukunft der Ein-Kind-Politik um ihr Leben kämpfen müssen.

Das Zehn-kleine-Jägermeister-Prinzip kennt man vor allem aus dem Horrorgenre, mit Siebenlingen in einem dystopischen Action-Abenteuer hat es bislang aber noch kein Filmemacher durchgespielt. Tommy Wirkola macht nun genau das. Eine hervorragende Wahl für den Regieposten, denn unter der Ägide des Norwegers - am besten für seinen kultigen Zombienazi-Splatter "Dead Snow" bekannt - wurde "What Happened to Monday?" zum erfrischend hartgesottenen Hingucker abseits des Hollywood-PG-13-Wahns.

Sieben Frauen teilen sich eine Identität

Wir schreiben das Jahr 2073: Mit genmanipuliertem Saatgut konnten Milliarden menschlicher Mäuler gestopft werden, die künstlichen Nahrungsmittel sorgten jedoch für schwindelerregende Mehrfachgeburten. Auf den Vorschlag der Wissenschaftlerin Nicolette Cayman (Glenn Close) wurde daraufhin eine globale Ein-Kind-Maxime ausgegeben und diese mit einer eigens gegründeten Exekutiv-Truppe durchgesetzt. Unerlaubt in die Welt gesetzte Kids werden seither zwangsweise in Cryo-Schlafkammern verwahrt.

Da Terrence Settman (Willem Dafoe) nicht bereit ist, die Siebenlinge seiner verstorbenen Tochter der Regierung zu melden, bildet er seine Enkelinnen im Tarnen und Täuschen aus. Jedes der Mädchen trägt den Namen des Wochentags, an dem es in der Öffentlichkeit als Karen Settman (Noomi Rapace) auftritt. Als Monday eines Montagabends nicht in den gemeinsamen Unterschlupf zurückkehrt, müssen ihre Geschwister alle Hebel in Bewegung setzen, um Caymans Schergen nicht in die Hände zu fallen.

Kreative Spielereien

"What Happened to Monday?" fußt auf einer herrlich abwegigen Idee, die reichlich Platz für kreative Spielereien bietet. So formt ihr jeweiliger Wochentag etwa das Wesen der sieben Schwestern: Sunday ist die Gläubige unter ihnen, Saturday das Partygirl.

Das Verschwinden von Monday ist zudem der Ausgangspunkt eines schwer vorhersehbaren Thriller-Plots. Hat Cayman das Montag-Mädchen erwischt? War es ein zwielichtiger Arbeitskollege? Hat sich Monday einfach nur abgesetzt, oder wurde sie in einen folgenschweren Unfall verwickelt? Ihre Geschwister müssen sich - eine nach der anderen - vor die Türe wagen, um das Geheimnis zu ergründen und ihr eigenes Leben zu retten.

Lange Zeit nutzt der Sci-Fi-Actioner sein Potential voll aus und liefert so manche (teils blutige) Überraschung, bevor er im dritten Akt etwas schwächelt und sich in Konventionen und unnötigen Twists verliert. Der letzte Gag vor den Schluss-Credits entschädigt ein wenig für das mäßige Finale. Und was die Besetzung betrifft: Die stets grandiose Noomi Rapace schultert selbst sieben Figuren auf einmal mit Bravour.

"What Happened to Monday" startet am 12. Oktober 2017 in den österreichischen Kinos.

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