Snapchat entfernt den tödlichen Raser-Filter

Ein Filter auf der beliebten Smartphone-App Snapchat wurde mit dem Tod mehrerer Personen in Zusammenhang gebracht. Nun wird er aus der App gelöscht.

Snapchat hat angekündigt, einen Filter entfernen zu wollen. Dieser zeigt die Geschwindigkeit an, mit der sich der User oder die Userin der App gerade bewegt. Offiziell heißt es von Seiten des Unternehmens, dass der Filter entfernt werde, weil er von praktisch niemandem benutzt werde. Es kann aber vermutet werden, dass es noch andere Gründe für die Entscheidung gibt. Denn Snapchat wird wegen dieses Filters verklagt.

Hinter der Klage stecken die Eltern zweier junger Männer, die im Jahr 2017 ums Leben gekommen sind. Die beiden – ein 17-Jähriger und ein 20-Jähriger – kamen bei einem Autounfall im US-Bundesstaat Wisconsin ums Leben. In den Gerichtsdokumenten heißt es: "Kurz vor 19 Uhr begann das Auto, stark an Geschwindigkeit zu gewinnen, und bewegte sich hoch über der erlaubten Geschwindigkeitsgrenze. Ein Snap zeigte an, dass die Insassen mit 198 Kilometern pro Stunde unterwegs waren."

Weitere Todesfälle

In den Dokumenten heißt es weiter, Snap Inc., das Unternehmen hinter Snapchat, müsse sich bewusst gewesen sein, dass ein solcher Filter zum Rasen anspornt. Auch wenn er nicht dazu gedacht gewesen sei. Außerdem sei es nicht der einzige Fall, in dem ein Verkehrsunfall in Verbindung mit dem Filter gebracht worden sei. Bereits im Jahr 2015 sei es zu zwei solchen Vorfällen gekommen. Bei einem davon wurden drei junge Frauen in Philadelphia getötet, beim anderen kam es zu starken Verletzungen.

Snap hat derweil kommuniziert, dass die Geschwindigkeit, die der Filter anzeigt, mittlerweile auf 56 Kilometer pro Stunde beschränkt worden sei. Außerdem berichtet eine Twitter-Nutzerin, dass ihr eine Geschwindigkeits-Warnung angezeigt worden sei, als sie den Filter im Zug ausprobiert habe. "Snappe nicht während des Fahrens", habe es geheißen.

Nun wird der Filter aber ganz aus der App verschwinden. "Nichts ist für uns wichtiger als die Sicherheit unserer Nutzerinnen und Nutzer", so ein Snapchat-Sprecher gegenüber der BBC. Es werde aber ein paar Wochen dauern, bis der Filter tatsächlich von allen Geräten entfernt werden könne.

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