So brutal lässt Erdogan die Putschisten leiden

Bild: Twitter

In der Nacht auf Samstag sind bei Gefechten zwischen Militär und Sicherheitskräften zahlreiche Menschen ums Leben gekommen. Auch Dutzende Zivilisten starben beim Putschversuch in der Türkei. Nun geht die Regierungspartei hart mit den mutmaßlichen Putschisten ins Gericht. Zivilisten verübten Lynchjustiz.

Beide Seiten haben sich in der Nacht auf Samstag mit Blut befleckt: Angehörige des Militärs überfuhren Zivilisten mit Panzern und feuerten wahllos in eine Menschenmenge. Und als sich die Putschisten am Morgen ergaben, verübten die Zivilisten blutige Rache. Videos in sozialen Medien zeigen Lynchjustiz auf einer Brücke über den Bosporus. Auf Agenturbildern sind Zivilisten zu sehen, die mit Stöcken und Gürteln auf Soldaten einprügeln. Die Putschisten wurden danach in Bussen abtransportiert. Ein Foto auf Twitter zeigt, wie sie an Händen und Füßen gefesselt und halbnackt in einem Turnsaal und einem Stall gefangen gehalten werden. 

 


Over 5,000 people detained in attempted coup that failed in
— AbdulAzeez Isah Riga (@isahriga)
Erdogan gießt Öl ins Feuer

Präsident Erdogan hat mit feurigen Reden die Lage nicht gerade entschärft. Er forderte die Bevölkerung auch in den Tagen danach auf, auf die Straße zu gehen und mutmaßlichen Putschisten zu blockieren. In einer beispiellosen Festnahmewelle wurden Tausende in Polizeigewahrsam genommen. Zudem wurden mehr als 8.000 Polizisten suspendiert, sowie ein Fünftel aller Richter vom Dienst freigestellt. Weltweit wird die "Säuberung" der Justiz, die derzeit in der Türkei stattfindet, mit Besorgnis gesehen. Für die österreichische Rechtsanwaltskammer sind die EU-Beitrittsverhandlungen vom Tisch. Das Land habe die rote Linie zum autoritären Regime überschritten.
 

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