Sie gilt als Königin der Liebesromane: Micaela Jary, 69, hat mit ihren Büchern über starke Frauen und große Gefühle Millionen Leser begeistert. Doch auch ihr eigenes Leben taugt zum Romanstoff – denn ihre große Liebe fand sie erst spät.
Mit 42 war sie alleinerziehende Mutter einer 17-jährigen Tochter und stand vor dem Umzug von Paris nach Nizza. Da kam eine Einladung vom Musikverlag ihres Vaters nach München. Dort traf sie Rechtsanwalt Bernd Gabriel – und es funkte sofort.
Das Kennenlernen lief ganz nach alter Schule ab. Man verstand sich auf Anhieb, ging aber ohne Verabredung auseinander. Am nächsten Tag lag ein Brief in ihrem Hotel mit der Bitte um ein Wiedersehen. "Ganz alte Schule", erinnert sich Jary gerührt.
Gabriel reiste ihr kurzerhand nach Paris nach. Nach Eiffelturm, Louvre und dem legendären Café Deux Magots war klar: Die beiden gehören zusammen. "Als er wieder ins Flugzeug stieg, hatte ich einen festen Freund in München", so die Autorin. Vier Jahre später folgte die Hochzeit.
Große Gefühle wurden Micaela Jary quasi in die Wiege gelegt. Ihr Vater war der Komponist Michael Jary, der unter anderem Zarah Leanders berühmten Hit "Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehn" schrieb. Er lebte mondän in Hamburg, München und Lugano.
Zum Freundeskreis der Familie zählte auch der österreichische Filmregisseur Franz Antel. "Nachts komponierte er, morgens frühstückte er mit mir, und ab dem späten Nachmittag war Open House", erinnert sich die Autorin an ihre Kindheit.
Heute lebt Micaela Jary mit ihrem Mann in Berlin, München und einem Häuschen in der Mecklenburgischen Schweiz. Die Liebe pflegen sie mit festen Ritualen: "Ich koche fast jeden Abend. Am liebsten mache ich Berliner Rouladen, sein Leibgericht."