Hassan Eslaiah

So frei bewegte sich Fotograf während des Hamas-Terrors

Mord, Vergewaltigung, verbrannte Babys: Im Hamas-Terror spielte sich Grauenvolles ab. Journalist Hassan Eslaiah konnte sich dabei frei bewegen.
10.11.2023, 21:35
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Wie nah dürfen Fotografen dem Terror der Hamas sein? Die Frage stellt sich insbesondere, seit das israelische Magazin "Honestreporting.com" einen schweren Vorwurf erhoben hat: Freelance-Fotografen, die die Agenturen AP und Reuter mit Bildern beliefert haben, sollen möglicherweise vorab vom Hamas-Terror gewusst haben. Nur so sei zu erklären, dass so früh so gute Fotos von der brutalen Terror-Attacke bei den Agenturen landeten und dadurch um die Welt gingen.

Doch wo hat sich Fotograf Hassan Eslaiah, von dem AP sich mittlerweile getrennt hat, wann genau aufgehalten? Und gibt das Hinweise darauf, ob an den Vorwürfen etwas dran ist? Die NZZ hat anhand der Timestamps der Bilder eine zeitliche Rekonstruktion gemacht.

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07.30 Uhr: erstes Bild, brennender Panzer

Hassan Eslaiah scheint früh auf den Beinen gewesen zu sein an diesem Samstagmorgen. Gemäss NZZ trägt das erste Bild den Zeitstempel 07.30 Uhr. Es zeigt einen brennenden Panzer der israelischen Armee. Dieser wird von Terroristen der Hamas umringt.

Das Foto wurde laut der Bildunterschrift am Grenzzaun gemacht. Eslaiah erklärte dazu in einem Video auf seinem X-Account, das er inzwischen gelöscht hat, auf Arabisch: "Jeder, der in diesem Panzer war, wurde vor kurzem von der Kassam-Brigade gekidnappt, wie wir mit eigenen Augen gesehen haben", übersetzt die NZZ. Die Kassam-Brigade ist der militärische Arm der Hamas.

07.43 Uhr: zweites Bild, Kibbuz Kfar Azza

Der Kibbuz Kfar Azza sollte zum Ort des Grauens werden: Ganze Familien wurden verbrannt, später Babyleichen gefunden. Das Foto von Eslaiah vom Gelände des Kibbuz, das die AP verbreitete, zeigt laut NZZ eine Leiche in einer Blutlache. Kurz darauf folgen mehrere Fotos von brennenden Häusern aus verschiedenen Perspektiven. Die Bewohner des Kibbuz standen dem Massaker durch die Hamas in diesen ersten Stunden des Terrors wehrlos gegenüber, Eslaiah fotografierte.

Letztes Bild des Kibbuz Kfar Azza: 08.23 Uhr

Die israelische Armee brauchte zwei Tage, um den Kibbuz wieder vollständig unter ihre Kontrolle zu bringen. Laut NZZ lautet die vorläufige brutale Bilanz: 52 Tote und 20 Vermisste. Hassan Eslaiah bewegte sich in den ersten Stunden des Terrors frei auf diesem Gelände, wie seine Fotos dokumentieren. Das letzte trägt den Zeitstempel 08.23 Uhr. Danach ging er zurück in den Gazastreifen und fotografierte weiter.

Auch der Agentur Reuters werden Vorwürfe gemacht. Deren erstes Bild davon, wie ein Bulldozer den Grenzzaun einreisst, soll bereits um 07.26 Uhr entstanden sein. AP behauptet, das erste Bild sei über eine Stunde nach Beginn der Attacke aufgenommen worden und bestreitet, in irgendeiner Form vorab von den Hamas-Angriffen gewusst zu haben.

Bewiesen ist nichts, doch der Rufschaden bleibt

Nichts sagt die Agentur gegenüber der NZZ hingegen dazu, ob Fotograf Hassan Eslaiah etwas gewusst habe. Man habe die Zusammenarbeit beendet, weitere Auskünfte gibt es nicht. Eslaiah, der sich gemeinsam mit Hamas-Chef Yahya Sinwar in den sozialen Medien zeigt, spricht eben dort von einer Hetzkampagne gegen ihn.

Abschließend beweisen lassen sich die Vorwürfe des pro-israelischen Magazins nicht, wie dieses aufgrund großen öffentlichen Drucks der Gegenseite jetzt auch einräumen musste. Und klar ist auch: Die Bilder der Agenturfotografen waren bei weitem nicht so schrecklich wie jene, die die Hamas selber aufgenommen und über die sozialen Netzwerke verbreitet hat. Und trotzdem: "Für die Agenturen und Medien ist das Ganze schreckliche PR", wie Ahron Bregman, israelischer Politikwissenschaftler am King's College London, im Gespräch mit "20 Minuten" sagt.

{title && {title} } {title && {title} } 10.11.2023, 21:35