So funktioniert das Heimweg-Telefon wirklich

Wer in der Nacht Angst hat, alleine heim zu gehen, der kann beim Heimwegtelefon anrufen.
Wer in der Nacht Angst hat, alleine heim zu gehen, der kann beim Heimwegtelefon anrufen.Bild: iStock
Linz soll ein Heimweg-Telefon bekommen, für Menschen die sich im Dunkeln unwohl fühlen. "Heute" hat sich angesehn, wie das in Graz funktioniert.
Graz hat es vorgemacht, Wr. Neustadt (NÖ) macht es auch bald und nun will auch Linz nachziehen. Ein Heimweg-Telefon für Nachtschwärmer. die im Dunklen nach Hause gehen und sich fürchten.

In Graz gibt es das schon seit zwei Jahren und "Heute" hat nachgefragt, wie dieses Angebot wirklich funktioniert.

Die Mitarbeiter der Grazer Ordnungswache sind jeden Freitag und Samstag jeweils von 22 bis 3 Uhr am Telefon. "Das Angebot ist an die Betriebszeiten der Nightline der Grazer Verkehrsbetriebe gekoppelt", erklärt Wolfgang Hübel, Leiter der Abteilung Sicherheitsmanagement am Magistrat Graz.

Bis zu 5 Anrufe pro Wochenende



CommentCreated with Sketch.2 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. < Zwei Mitarbeiter sitzen in dieser Zeit am Telefon. Sie wurden speziell geschult. "Sie müssen ja wissen, wie man reagiert und auch gut mit Menschen reden können", so Hübel.

< Durchschnittlich bearbeiten die Mitarbeiter 2 bis 5 Anrufe an den beiden Tagen. "Das scheint nicht viel zu sein, aber für viele ist es schon sehr beruhigend, dass es die Möglichkeit gibt, anzurufen", ist sich Hübel sicher.

< Es sind rund 80 Prozent Frauen und hier vor allem junge Frauen zwischen 20 und 25 Jahren, die anrufen.

< Das längste Gespräch dauerte 40 Minuten, im Durchschnitt bewegt sich die Zeit allerdings bei etwa 10 Minuten.

< Noch nie musste die Polizei gerufen werden. "Das ist auch gut so. Einmal waren wir knapp davor. Eine Frau wurde von drei Männer verfolgt, als sie das Handy gezückt hatte und die Nummer wählte, drehten die drei um", berichtet Hübel.

< Überraschenderweise gibt es keine "Spaßanrufe". "Wir haben eigentlich damit gerechnet, dass etwa jemand einen Angriff vortäuscht, damit die Polizei ausfährt. Aber bisher ist nichts passiert", so Hübel.

< Alles bleibt anonym. "Wir fragen den Standort ab, damit wir im Notfall die Polizei schicken können. Aber niemand muss uns das sagen, oder seine Daten weitergeben", verspricht Hübel.

Es gibt "Stammgäste"



< Es gibt Menschen, die öfter anrufen. "Wir hatten einen jungen Mann, der offenbar in Graz eine Ausbildung machte, immer gegen 24 Uhr von seinen Eltern abgeholt wurde. Während er wartete, hat er immer angerufen, jeden Tag. Als er mit seiner Ausbildung fertig war, hat er noch einmal angerufen, sich sich ganz herzlich dafür gedankt, dass meine Mitarbeiter für ihn da waren", erzählt

Hübel.

Der Linzer Vize-Bürgermeister Detlef Wimmer (FPÖ) will nicht nur deshalb auch in der Stahlstadt so ein Telefon installieren, und so das subjektive Sicherheitsgefühl heben.



(gs)

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