So funktioniert Israels Raketen-Schutzschild Iron Dome

Zum Schutz vor Raketen verfügt Israel seit 2010 über das System Iron Dome. Dieses erkennt anfliegende Geschosse und schießt sie in der Luft ab.

Iron Dome – auf Hebräisch "Kipat Barzel", also Eisenkuppel – wurde anfangs des Jahrtausends von der israelischen Firma Rafael Advanced Defense Systems entwickelt und 2010 von der israelischen Armee in Dienst gestellt. Das System ist vor allem auf Kurzstreckenraketen wie die Kassam-Raketen ausgelegt, von denen aktuell die größte Bedrohung ausgeht, und kann Geschosse in Entfernungen zwischen 5 und 70 Kilometern erkennen.

Nach Angaben des Herstellers soll Iron Dome aber auch Artilleriegranaten abwehren können. Es funktioniert bei jedem Wetter und jeder Tageszeit und kann relativ rasch verlegt werden. Die Reichweite der verschossenen Tamir-Raketen liegt bei rund 17 Kilometern. Das System besteht aus einem Multi-Mode-Radar, einem Kontrollzentrum und bis zu vier Starteinheiten für jeweils 20 Raketen. Der Radar erkennt Starts feindlicher Geschosse, berechnet deren Flugbahn und übermittelt die Informationen des erwarteten Einschlagortes ans Kontrollzentrum.

Relativ kostengünstig

Falls dieser in einer schützenswerten Zone liegt und die Kosten einer Abwehr rechtfertigt, werden manuell zwei jeweils 90 Kilogramm schwere Raketen pro Ziel gestartet, die selbst über Radarsuchköpfe verfügen. Eine einzige Batterie kann bis zu sechs Geschosse gleichzeitig erkennen und bekämpfen. Mit 35.000 bis 50.000 Dollar pro Rakete ist das System nach militärischen Maßstäben relativ kostengünstig.

Laut dem Hersteller wurden mit Iron Dome bis ins Jahr 2020 über 2500 Ziele bekämpft, von denen angeblich gegen 90 Prozent abgeschossen werden konnten. 2012 soll es während weniger Tage 421 anfliegende Geschosse zerstört haben. Auch am Dienstag fing das System die meisten der abgeschossenen Raketen in der Luft ab.

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