Tricks der Industrie

So geizen Lebensmittelhersteller bei Zutaten-Qualität

Nach Inflation kommt die Skimpflation: Mit höheren Preisen, weniger Inhalt und billigeren Zutaten profitieren manche Lebensmittelkonzerne dreifach.
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27.11.2023, 06:17
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Viele Lebensmittelhersteller nutzten die Inflation, um ihre Preise noch stärker zu erhöhen, als es die Produzentenpreise vermuten ließen. Dazu gibt es oft auch kleinere Verpackungen mit weniger Inhalt, die sogenannte Shrinkflation. Doch einige setzen auch noch auf Skimpflation, sie geizen bei der Qualität des Inhalts.

Granini mit weniger Fruchtgehalt

Auf der Flasche Granini Selection Mango steht jetzt im Kleingedruckten 24 Prozent Fruchtgehalt. Davor waren es noch mindestens 30 Prozent, wie das "Handelsblatt" schreibt. Hersteller Eckes-Granini geize bei den teureren Zutaten Mangomark und Zitronensaft und ersetze sie durch günstigere Aromen und Citronensäure bei unverändertem Preis.

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Der Hersteller begründe es mit einer Rezeptoptimierung für einen ausgewogenen und fruchtigen Geschmack. Außerdem müssten die Rezepte nach EU-Vorgabe in verschiedenen Ländern einheitlich sein. Weniger Frucht solle zudem den Zuckergehalt senken. Allerdings setzt der Hersteller dem Produkt weiterhin Zucker zu.

Cini Minis mit Palm- statt Sonnenblumenöl

Ein weiteres Beispiel seien die Cini Minis von Nestlé. Der Hersteller ersetzte das Sonnenblumenöl der Müesli mit dem günstigeren Palmöl, das zu einem größeren Teil aus ungesünderen gesättigten Fettsäuren besteht. Nestlé sagt, dabei handle sich um eine vorübergehende Rezepturanpassung wegen kriegsbedingter Versorgungsengpässe.

Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg kritisiert diese Begründung. Sonnenblumenöl sei wieder in ausreichenden Mengen wie vor dem Ukrainekrieg am Weltmarkt erhältlich. "Wenn Hersteller die Qualität ihrer Produkte verschlechtern, sind sie um Ausreden nicht verlegen", so Valet.

Den eigentlichen Grund, nämlich Einsparungen auf Kosten der Kundinnen und Kunden, verschwiegen die Hersteller. Auch wenn sich der finanzielle Effekt nicht beziffern lasse, gebe es große Einsparungen für die Produzenten. Zurzeit erlebe er viele Beschwerden wegen solcher Fälle.

Verboten sei das Vorgehen der Lebensmittelhersteller nicht, da die Zutaten auf der Verpackung stünden, aber eine Täuschung. Manche Hersteller profitierten so gleich doppelt oder dreifach mit weniger Inhalt, höheren Preisen und billigeren Zutaten.

Die Bilder des Tages:

Nestlé sagt, man wolle die Rezeptur gegen Ende des Jahres wieder auf Sonnenblumenöl umstellen.

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