So grausam war das Jahr 2018 für Kinder

Millionen Kinder in Konfliktländern waren schweren Kinderrechtsverletzungen ausgesetzt. Die Verantwortlichen wurden kaum zur Rechenschaft gezogen, beklagt UNICEF.

Kinder in Konfliktgebieten rund um die Welt mussten in den vergangenen zwölf Monaten ein extremes Ausmaß an Gewalt erleiden. "Schon viel zu lange begehen Konfliktparteien schreckliche Gräueltaten und werden in den meisten Fällen nicht dafür bestraft. Die Kinder können und müssen dringend besser geschützt und unterstützt werden", sagt Manuel Fontaine, Leiter der weltweiten Nothilfe-Programme von UNICEF.

In vielen Kriegsländern wurden Kinder angegriffen, als menschliche Schutzschilde missbraucht, getötet, verletzt oder für Kämpfe rekrutiert. Vergewaltigung, Zwangsheirat und Entführung gehören laut der Organisation häufig zur Kriegstaktik.

Gewalt gegen Kinder in Konfliktländern 2018

In Afghanistan sind Gewalt und Blutvergießen weiter an der Tagesordnung. Allein in den ersten neun Monaten von 2018 wurden rund 5.000 Kinder und Jugendliche getötet oder verletzt – so viele wie im gesamten Vorjahr. 89 Prozent der zivilen Opfer von Minen und Blindgängern sind Kinder.

Bei Angriffen im Jemen wurden mindestens 1.427 Kinder getötet oder verletzt. Dabei handelt es sich ausschließlich um von den Vereinten Nationen verifizierte Todesfälle. Schulen und Krankenhäuser wurden häufig angegriffen oder für militärische Zwecke missbraucht.

Gewalt zwischen ethnischen Gruppen und Kämpfe zwischen Regierungstruppen und bewaffneten Gruppen in verschiedenen Landesteilen der Demokratischen Republik Kongo haben verheerende Auswirkungen auf Kinder. Mädchen und Buben werden zwangsrekrutiert und erleiden sexuelle Gewalt. Durch Gewalt und Instabilität wurde auch der Kampf gegen die Ebola-Epidemie stark eingeschränkt.

Die Vereinten Nationen erhalten weiterhin Berichte über Verletzungen der Menschenrechte von Rohingya in Myanmar, einschließlich mutmaßlicher Tötungen, willkürlicher Verhaftungen und Verschwinden von Menschen. Die Rechte auf Bewegungsfreiheit und Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung sind für Rohingya in Rakhine eingeschränkt.

Im Nordosten von Nigeria nehmen verschiedene bewaffnete Gruppen, einschließlich Splittergruppen von Boko Haram, gezielt Mädchen ins Visier. Sie werden vergewaltigt, mit Kämpfern zwangsverheiratet oder zu Bombenattentaten gezwungen. Im Februar wurde eine Gruppen von 110 Mädchen und einem Buben aus einer Fachhochschule in Dapchi entführt. Die meisten Kinder wurden inzwischen freigelassen, aber fünf Mädchen starben und eines wird weiter gefangen gehalten.

Über 1.800 Kinder und Jugendliche wurden in den ersten neun Monaten von 2018 in Somalia als Kindersoldaten rekrutiert. 1.278 Kinder wurden entführt.

Der Bürgerkrieg im Südsudan hat Armut und Hunger verschärft, über sechs Millionen Menschen haben nicht genug zu essen. Es gibt zwar einen kleinen Hoffnungsschimmer durch eine neue Friedensregelung. Aber es wird nach wie vor über extreme Gewalt gegen Frauen und Kinder berichtet – zuletzt aus Bentiu, wo über 150 Frauen und Mädchen Opfer von Massenvergewaltigungen wurden

Allein von Jänner bis September 2018 haben die Vereinten Nationen die Tötung von 870 Kindern in Syrien verifiziert – die höchste Zahl in den ersten neun Monaten eines Jahres seit Konfliktbeginn. Angriffe haben das ganze Jahr über stattgefunden; im November wurden 30 Kinder im Dorf Al Shafa im Osten Syriens getötet

Mehr als vier Jahre Konflikt in der Ost-Ukraine haben unter anderem schwere Auswirkungen auf das Bildungssystem. Hunderte Schulen wurden zerstört oder beschädigt. 700.000 Mädchen und Buben lernen in einem Umfeld, das wegen unregelmäßiger Kämpfe, Minen oder Blindgängern nicht sicher ist. Am schlimmsten ist die Situation von 400.000 Kindern, die in unmittelbarer Nähe der Frontlinie leben.

UNICEF appelliert an alle Konfliktparteien, "ihren Verpflichtungen nach internationalem Recht nachzukommen, Gewalttaten gegen Kinder sofort zu stoppen und Angriffe auf zivile Infrastruktur einschließlich Schulen, Krankenhäusern und der Wasserversorgung zu unterlassen".

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(red)

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