So haben Sie den blauen Planeten noch nie gesehen

Mit neuem Equipment ging's unter Wasser - nun zeigt die BBC/WDR-Doku "Der Blaue Planet" in sechs Teilen, welche Schönheit verborgen liegt.

In den vergangenen zehn Jahren haben neue Erkenntnisse und Entdeckungen das Wissen über die Weltmeere fast auf den Kopf gestellt. Der Sechsteiler "Der Blaue Planet" ist daher ein Projekt der Superlative durch die Weltmeere. Während einer Drehzeit von mehr als drei Jahren begaben sich die Teams auf 125 Expeditionen, besuchten 39 Länder und filmten auf jedem Kontinent und in jedem Ozean. Die Film-Crews verbrachten mehr als 6.000 Stunden auf Tauchgängen und filmten so ziemlich jeden Winkel der von den uns bekannten Küsten bis in die Tiefsee. Diesen Anstrengungen, der Leidenschaft und dem Engagement haben die Zuschauerinnen und Zuschauer eine Filmserie zu verdanken, die sie einigen der außergewöhnlichsten Meeresbewohner näher als je zuvor bringt und Einblick in magische Welten liefert. Die Musik von Hollywood-Legende Hans Zimmer und die Erzählweise von Axel Milberg in der deutschen Fassung tragen erheblich dazu bei. Und ganz nebenbei präsentiert "Der Blaue Planet" Geschichten, die sich mit den aktuellen Problemen unserer Ozeane beschäftigen, von ganzen Meeresabschnitten voller Plastik über die verheerende Korallenbleiche vergangener Jahre bis hin zu den weitreichenden Konsequenzen der sich erwärmenden Ozeane. Die Reihe macht klar, warum der Gesundheitszustand unserer Meere uns alle betrifft.

UNBEKANNTE OZEANE (Folge 1), 19.2., 20.15 Uhr, ARD

Fisch nutzt Werkzeug

Der Großzahn-Lippfisch öffnet Hartschalenmuscheln, indem er sie an Korallenauswüchsen aufknackt, die er wie einen Amboss nutzt. Dieses Verhalten wurde erstmals professionell im Detail gefilmt.

Teufelsrochen knipsen Licht an

Dadurch, dass Teufelsrochen ihre umhangähnlichen Flossen beim Schwimmen auf und ab schlagen, gerät Plankton in Bewegung. Einige der Miniorganismen reagieren auf Störung, indem sie Licht produzieren (Biolumineszenz). Wenn die Teufelsrochen durch das Plankton gleiten, hinterlassen sie wunderschöne blaue Spuren. Dieses Phänomen wurde zum ersten Mal für "Der Blaue Planet" gefilmt – dank moderner, lichtempfindlicher Kameratechnologie.

LEUCHTENDE TIEFSEE (Folge 2), 26.2., 20.15 Uhr, ARD

Erstmals bemanntes Tauchboot in antarktischer Tiefsee

Kein Mensch war bisher an jenem Ort, den das Team auf seiner letzten Filmexpedition bereist hat – tausend Meter unterhalb eines driftenden Antarktis-Eisbergs von der Größe eines Häuserblocks. Die Filmemacher waren die ersten Menschen, die es schafften, die unvorstellbare Lebensvielfalt aus einem bemannten Tauchboot zu filmen: von Fischen mit Frostschutzmittel im Blut bis hin zu Feldern aus riesigen Schwämmen und Krill schwärmen, die im Dunkeln leuchten.

FASZINATION KORALLENRIFF (Folge 3), 5.3., 20.15 Uhr, ARD

Anemonenfische als Möbelpacker

Sattelfleck-Anemonenfische leben im offenen Sand außerhalb der Riffe und haben kein hartes Substrat, auf dem sie ihre Eier ablegen können. Doch die Fische leisten Erstaunliches: Sie gehen aktiv auf die Suche nach Material, auf dem sie ihre Eier ablegen können, und ziehen oder schieben Objekte wie Plastikflaschen oder Kokosnussschalen, die ihre eigene Größe um ein Vielfaches übersteigen, zu ihren Brutplätzen.

AUF HOHER SEE (Folge 4), 12.3., 20.15 Uhr, ARD

Walhai als "Schubberstein"

Seidenhaie und Schwarzspitzenhaie wurden zum ersten Mal dabei gefilmt, wie sie sich an schwangeren Walhaien vor den Galapagos-Inseln reiben – wahrscheinlich zur Hautpflege.

UNTERWASSERDSCHUNGEL (Folge 5), 19.3., 20.15 Uhr, ARD

Oktopus legt Rüstung an

Kraken sammeln Muscheln und Felsteile mit ihren Saugarmen und legen sie zur Tarnung als Schutzpanzer an. Selbst Haie, die sie trotzdem über ihr elektrisches Feld aufspüren, verwirren die Tintenfische derart, dass sie bei Zugriff flüchten können. Diese Verteidigungsstrategie wurde von dem Naturforscher Craig Forster erst kürzlich entdeckt und war der Wissenschaft bisher unbekannt.

EXTREMWELT KÜSTE (Folge 6), 26.3., 20.15 Uhr, ARD

Springende Schleimfische

Der Schleimfisch verbringt sein Leben an Felsenküsten statt im Wasser. Trotzdem muss seine Haut feucht gehalten werden, zudem ernährt er sich von Algen, die in der Brandungszone wachsen. Um aber nicht von den Felsen ins Wasser gespült zu werden, kann er gewaltige Sprünge vollführen. Sie übertreffen seine Körperlänge um ein Vielfaches. Will er ein Weibchen in seine Nisthöhle in den Felsspalten locken, zeigt er einen auffallenden, orangefarbenen Fleck auf seiner Rückenflosse. (tim)

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SzeneAxel Milberg

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