So halfen Syrer auf Facebook bei Terrorfahndung

Bild: Polizei/Facebook Screenshot

Der mutmaßliche IS-Terrorist Jaber Albakr ist gefasst. Einen großen Anteil am Erfolg der Behörden hatten syrische Flüchtlinge, die den Flüchtigen erkannten und gefesselt der Polizei übergaben. Dieser mutigen Aktion ging eine große Beteiligung auf Facebook voraus. Über soziale Medien halfen unzählige Syrer in Deutschland bei der Fahndung.

Der mutmaßliche . Dieser mutigen Aktion ging eine große Beteiligung auf Facebook voraus. Über soziale Medien halfen unzählige Syrer in Deutschland bei der Fahndung.

Das ganze Wochenende über fahndeten die deutschen Behörden fieberhaft nach dem Terrorverdächtigen Jaber Albakr. Der Aufruf der Polizei wurden tausendfach auf sozialen Medien geteilt - allerdings nicht nur auf Deutsch sondern auch auf Englisch und Arabisch. Auf mehrere Facebook-Seiten sowie auf Whatsapp- und Twitter-Accounts von und für Flüchtlinge beteiligten sich zahlreiche Syrer in Deutschland an der Suche.

"Die bekämpfen, die Schlimmes wollen"

Zum Beispiel teilte auch die eigentlich auf humoristische Beiträge spezialisierte Facebook-Seite "German LifeStyle GLS" dreier syrischer Studenten den Fahndungsaufruf. In Arabisch und Deutsch stand dort neben dem Fahndungsaufruf und der Personenbeschreibung des Flüchtigen auch zu lesen: "Wir müssen als Syrer diejenigen von uns bekämpfen, die was Schlimmes für die Menschen hier, die uns unterstützen, und alle, die hier leben, machen wollen."



Allein der Aufruf auf der GLS-Seite, die fast 90.000 Follower hat, erreichte Zehntausende von Usern. Auf Dutzenden von ähnlichen Seiten gab es vergleichbare Aufrufe. "Die syrische Community in Deutschland ist gut vernetzt", berichtet die "Welt". Übers Netz tauschen sich viele Flüchtlinge über Bürokratie und deutsche Lebensart aus, geben einander Ratschläge und teilen humoristische Beiträge über das Leben in Deutschland.

Mehrere Aufrufe im Netz

Auch die Seite der Syrischen Gemeinde in Deutschland, eine Art privat betriebenes Nachrichtenportal, teilte einen Fahndungsaufruf, inklusive Details zur syrischen Heimatstadt des Gesuchten. Knapp 200.000 Abonnenten erreicht die Facebook-Seite. Die Journalisten eines syrischen Anti-IS-Netzwerkes starteten ebenfalls einen Aufruf und erreichten damit ihrerseits ebenfalls mehrere Tausend Syrer in Deutschland.

Nach all den Bemühungen wurde es in der syrischen Community um so euphorischer aufgenommen, dass der syrische Terrorverdächtige von Syrern erkannt, überwältigt und gefesselt wurde. Auch viele deutsche User bedankten sich auf Facebook für die Mithilfe und gratulierten zur mutigen Aktion.

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