Schnäppchen auf vier Rädern? Kann man sich abschminken! Weil vor allem wegen des Chipmangels der Nachschub an Neuwagen fehlt, werden Autos nun deutlich länger gefahren. Die Folge: Bei hoher Nachfrage gibt’s immer weniger Gebrauchte. Entsprechend gehen die Kosten durch die Decke. Das zeigt eine Analyse der Plattform AutoScout24.
"Mit durchschnittlich 25.965 Euro erreichen die Preise für österreichische Gebrauchtwagen im Mai nach einer kurzen Verschnaufpause ein neues Allzeithoch", schreibt das Portal in einer Aussendung. Heißt: Im Vergleich zum Mai 2021 (da standen wir noch bei 22.101 Euro) müssen Autokäufer 17,5 Prozent mehr für Autos aus zweiter Hand zahlen. Gegenüber Mai 2019, als Corona noch nur ein Bier war, beträgt das Plus sogar 32 Prozent. Damals konnte man den durchschnittlichen Gebrauchten noch für 19.600 Euro abstauben.
Wer hofft, mit einem Kleinwagen günstiger zu fahren, wird enttäuscht. Selbst für ein kleines Second-Hand-Auto muss man mittlerweile um die 14.500 Euro veranschlagen, über 17 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Noch kräftiger fiel das Plus mit einer Teuerungsrate von 20 Prozent nur bei Mittelklasse-Wagen aus (siehe Tabelle u.).
Einfach zu einem älteren Modell greifen? Rentiert sich ebenfalls nicht wirklich. In diesem Segment schossen nämlich die Preis ganz besonders in die Höhe. Beispiel: Einen drei bis fünf Jahre alte Gebrauchten erhielt man im Mai 2021 noch für 22.133 Euro. Jetzt zahlt man dafür 27.649 Euro, also 25 Prozent mehr. Bei fünf bis zehn Jahre alten Modellen betrug das Plus 33 Prozent (20.535 Euro statt 15.469 Euro). Vielleicht die nächste Stufe? Fehlanzeige: Zehn bis 20 Jahre alte Pkw verteuerten sich in einem Jahr ebenfalls um 33 Prozent auf durchschnittlich knapp 10.000 Euro.