So kam es zum Bahnhofs-Abriss trotz Vogelnestern

Von Montagfrüh bis Dienstagnachmittag wurde der Bahnhof in Dürnkrut abgerissen, trotz dort brütender Schwalben. Dann kam der Baustopp.

Helle Aufregung herrschte am Dienstag wegen Bauarbeiten am Bahnhof in Dürnkrut (Bez. Gänserndorf): Trotz dort nistender Schwalben wurde das desolate Gebäude wie berichtetabgerissen. "Die Bagger kamen am Freitag, am Montagmorgen wurde trotz der unter Schutz stehenden Schwalben mit den Abrissarbeiten begonnen. Es hat zwischenzeitlich fast so ausgesehen, als würden die vielen Schwalben die Baggerarme attackieren, um sich zu verteidigen", berichtet Anrainer Ferdinand Franzberger.

Der 60-Jährige machte die Arbeiten im Sozialen Netzwerk publik, sein Beitrag verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Privatpersonen gelang es in der Mittagspause der Arbeiter am Montag, mit einer Leiter noch einige Nester in Sicherheit zu bringen. "Es waren am Dienstag aber sicher noch zehn weitere Nester dort", sagt Franzberger. Die Arbeiten gingen dennoch weiter, Tierschützer machten indes mobil und versuchten, einen Baustopp zu erzwingen.

Kontrollen vor Baubeginn

Schlussendlich mit Erfolg. Gegen 15 Uhr wurde der Abriss bis auf weiteres beendet. Seitens der ÖBB beteuert man, von den brütenden Schwalben nichts gewusst zu haben. "Die Situation mit den brütenden Vögeln, wurde vor Beginn der Bauarbeiten überprüft. Es waren aber lediglich noch alte Vogelnester aus den Vorjahren vorhanden, welche von uns aufgrund der Nähe zur Fahrleitung nicht entfernt werden konnten", sagt Sprecher Christopher Seif.

Eigentlich hätte der Bahnhof schon vor einem Jahr abgerissen werden sollen. Da machten die Schwalben den ÖBB aber bereits einen Strich durch die Rechnung, die Arbeiten wurden auf Winter verschoben. Doch auch da wurde es nichts mit dem Abriss. Fledermäuse hatten sich in der Zwischenzeit eingenistet.

Bis die Situation endgültig geklärt ist, liegt der Abriss jetzt wieder auf Eis. Die ÖBB setzten sich am Dienstag mit Naturschutzbehörde und Birdlife in Kontakt, um den Schutz der Population sicherzustellen. Franzberger berichtet indes von Schwalben, die bereits in der benachbarten Siedlung umherfliegen und offenbar neue Nester suchen. Er machte sich am frühen Dienstagabend noch auf den Weg nach Wien, um dort Ersatznester für die Tiere zu kaufen.

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