"Ich bin eben so" – diesen Satz kennt wohl jeder. Doch stimmt das wirklich? Die Wissenschaft sagt: Unsere Persönlichkeit ist nicht in Stein gemeißelt. Wir können uns ein Leben lang verändern.
Um Persönlichkeit zu erfassen, nutzen Psychologen das sogenannte Big-Five-Modell mit fünf Eigenschaften: Offenheit, Gewissenhaftigkeit, Extraversion, Verträglichkeit und emotionale Stabilität.
Etwa die Hälfte unserer Persönlichkeit ist genetisch bedingt, schreibt Quarks. Die andere Hälfte entsteht durch Erfahrungen, Beziehungen und unser Umfeld. Manchmal verändern wir uns unbewusst – etwa wenn wir von zu Hause ausziehen, einen neuen Job anfangen oder eine Familie gründen.
Dass gezielte Veränderung funktioniert, hat eine Studie aus der Schweiz gezeigt. Teilnehmer wurden dabei mit einer App unterstützt, die half, Fortschritte zu dokumentieren und Tipps zu bekommen. Nach drei Monaten berichteten viele, dass sie erfolgreich an ihrer emotionalen Stabilität oder Offenheit gearbeitet hatten.
Auch im höheren Alter ist Persönlichkeitsveränderung möglich. In einer weiteren Untersuchung begleiteten Forschende junge und ältere Teilnehmer bei einem zweimonatigen Training. Dabei ging es um emotionale Stabilität – die Teilnehmer übten, Gefühle zu beobachten, Verhaltensmuster zu erkennen und besser mit Stress umzugehen.
Wer sich verändern will, braucht drei Dinge: Man muss es wollen, das Gefühl haben, dass es machbar ist, und es so oft tun, dass es zur Gewohnheit wird. Denn aus Gewohnheiten können Persönlichkeitseigenschaften werden.
Die Vorstellung, dass man ein komplett neuer Mensch wird, wie in sozialen Medien oft behauptet, ist aber unrealistisch. Und vielleicht auch gar nicht erstrebenswert – denn Ecken, Kanten und kleine Macken machen uns unverwechselbar.