Österreich

Sie warnt vor toxischer Liebe: "Geh, solange du kannst"

Alexandra Gillich-Brandstätter entlarvt in ihrem Buch "Liebe herznah" toxische Beziehungen und hilft Frauen, eine erfüllte Partnerschaft zu leben.
Sandra Kartik
20.06.2023, 16:15
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Als die Steirerin erstmals Mama wurde, überrollten sie Emotionen, die sie lange nicht gespürt hat. "Ich hatte 35 Jahre keine Verbindung zu meinen Gefühlen für mich selbst und mein nächstes Umfeld", sagt Coach Alexandra Gillich-Brandstätter im "Heute"-Gespräch. "Ich hatte eine Mauer um mein Herz errichtet, um es vor der Gewalt zu schützen, die ich in meiner Kindheit erfahren habe. Diese Mauer gab mir zwar Schutz, aber sie führte auch dazu, dass ich keine tiefen Gefühle für mich und zu meinen Partnern zulassen konnte – so sehr ich mich auch bemühte."

Warum empathische Frauen oft Narzissten anziehen

Die Mutter von drei Mädchen begann die Ursache ihrer Gefühlsblockaden zu erforschen. Sie ist inzwischen geschieden und in einer neuen, "erfüllten Beziehung". In ihrem Buch "Liebe herznah" hilft sie anderen dabei, mehr Nähe zu ihren Partnern und Kindern zuzulassen und ihre "Herzmauern" einzureißen.

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"Die Frauen, die ich begleite, haben vieles gemeinsam. Sie sind herzlich, hilfsbereit, hochsensibel und empathisch. Sie fühlen unsagbar viel – vor allem mit und für andere. Sie sind erfolgreich in dem, was sie (für andere) tun. Ihr Leben ist prall gefüllt und sie haben beruflich viel Erfolg. Manche sind verheiratet oder in einer Beziehung, die mehr oder weniger glücklich ist, und viele haben Kinder. Lang ersehnte Kinder, denen sie eine ganz andere Kindheit ermöglichen wollen als die, die sie selbst hatten. Eines haben sie alle nicht: eine gute Verbindung zu sich selbst, zu ihren Gefühlen und ihren Bedürfnissen", berichtet Gillich-Brandstätter. Wer die Erfüllung nur im Außen sucht, verliert sich dabei selbst immer mehr. 

Von der großen Liebe zur totalen Kontrolle

Ebenfalls nicht ungewöhnlich für Frauen mit Gefühlsblockaden: Die 50-Jährige hatte früher einige Beziehungen zu Männern mit narzisstischen Zügen, die länger "funktionierten", weil "echte Nähe keine Rolle spielte". So beleuchtet die Coachin und Autorin in ihrem Buch auch besonders das Thema der toxischen Beziehungen. "Am Anfang wird man mit vermeintlicher Liebe überschüttet. Die Worte 'ich liebe dich' fallen sehr schnell und überrumpeln einen fast." Erst erklimmt man zusammen unglaubliche Höhen, doch dann immer öfter gefährliche Tiefen. Der Partner kritisiert ab einem gewissen Punkt nur mehr und alles – "zu Beginn sehr subtil, später mit immer schlimmeren, abstruseren Vorwürfen." Frauen werden immer mehr verunsichert und extrem manipuliert. "Sie sind unter permanenter Kontrolle: Alltag, Finanzen, Beruf, Kontakte, Freizeit – kurzum das ganze Leben."

Die Empfehlung der Steirerin: "Gehen, solange man noch kann, bevor man abhängig wird und sich ganz verliert." Da Narzissten das "Nein" nicht wortlos hinnehmen, rät die Coachin: "Keinen Kontakt mehr, auch nicht indirekt". Und: Die "Ich bin ein Stein"-Methode. Wenn doch ein Gespräch geführt werden muss, etwa bei gemeinsamen Kindern, sollen sich Betroffene vorstellen, sie wären ein grauer Felsen, "um sich möglichst emotionslos zu äußern. Damit wird man für Narzissten unattraktiv".

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