So knapp schrammte Europa heute am Blackout vorbei

Eine Stromleitung in Kaprun.
Eine Stromleitung in Kaprun.Stefanie Oberhauser / EXPA / picturedesk.com
Am Freitagnachmittag kam es im europäischen Stromnetz zu einer Frequenzstörung. Die Ursache des Vorfalls ist noch unklar.

Das europäische Verbundsystem hatte am Freitag mit einer Frequenzstörung zu kämpfen. Wie der Experte Kaspar Haffner von Swissgrid sagt, trat die Störung kurz nach 14 Uhr auf. Hafner: "Die Netzfrequenz ist aufgrund einer Netzaufteilung in Südosteuropa kurzfristig auf 49.745 Hz eingebrochen." Normalerweise liegt dieser Wert bei 50 Hz.

Die europäischen Übertragungsnetzbetreiber konnten das Netz nach einer Stunde wieder stabilisieren. In Österreich kam es nicht zu Stromproblemen. Die ENTSO-E, der Verband der europäischen Übertragungsnetzbetreiber, hat Untersuchungen zur Ursache der Störung aufgenommen. Der Grund ist zum aktuellen Zeitpunkt noch unklar.

Herbert Saurugg, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Krisenvorsorge, wies auf Twitter auf den Vorfall hin. Er sagt, die Netzfrequenz sei quasi senkrecht abgefallen. Es sei ein Leistungsabfall von 3,5 Gigawatt registriert worden. Das entspreche einem Ausfall mehrerer Kernkraftwerke. Saurugg bezeichnete den Vorfall als "Beinahe-Blackout". Er verglich die Situation mit einem Stromausfall aus dem Jahr 2006. Nachdem in Deutschland zwei Hochspannungsleitungen abgeschaltet wurden, waren bis zu zehn Millionen Haushalte ohne Strom.

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