Neun Tage nach dem Derby-Eklat mit 577 Anzeigen und 27 Verletzten gab die Bundesliga die Strafen für Austria und Rapid bekannt. Neben drei Spielen ohne Heimfansektor auf 24 Monate bedingt, setzte es eine 150.000-Euro-Strafe für die beiden Wiener-Klubs. Aber die Geldstrafe kann sich noch verringern.
Norbert Wess vom Senat 1 der Bundesliga erklärte im ORF die Möglichkeit einer Reduzierung der Strafen. Auch zum Thema Punkteabzüge meinte Wess: "Es gibt bei den Punkteabzügen durchaus eine Entwicklung, auch durch eine Schiedsgerichtentscheidung, die das durchaus kritisch sieht, weil sie sagt, dass dadurch unmittelbar in das Spielgeschehen eingegriffen wird."
Dem Bundesliga-Funktionär war es wichtig zu sagen, dass: "Wir machen ja keine Kernstrafen, wollen nicht repressiv wirken. Wir wollen nicht nur auf die Vergangenheit schauen, sondern wollen mit dieser Sanktion auch etwas Positives für die Zukunft bewirken. Das war die Überlegung dazu."
Beide Klubs haben laut Wess auch noch die Möglichkeit, die Geldstrafe zu verringern: "Die beiden Klubs können auch diese Geldstrafe noch sehr stark reduzieren. Es gibt eine Bestimmung in der Rechtspflegeordnung der Bundesliga, dass wenn die Übeltäter ausgeforscht werden, wenn über diese Personen Stadionverbote verhängt werden, dann kann die Geldstrafe um bis zu 75 Prozent verringert werden."
Der Grund warum keine Geisterspiele oder andere unbedingte Sektorensperren zum Einsatz kamen ist: "Es hätte natürlich weitergehende Möglichkeiten gegeben. Man hätte einen ultimativen Punktabzug geben können bis zu Geisterspielen. Aber das geht dann auch zulasten anderer Personen."