Bundesliga-Auftakt in Hartberg – alle Blicke sind auf den Trainer des Gästeteams gerichtet. Am Sonntag feiert Miroslav Klose mit Altach seinen Einstand als Cheftrainer.
WM-Rekordtorschütze, Weltmeister mit Deutschland: Klose bringt Star-Flair ins Ländle. Beim Debüt bekommt er aber zu spüren, dass sein Name und die Leistungen seiner Vorzeigekarriere noch keine Garantie für sportliche Erfolge sind. Altach muss sich Hartberg mit 1:2 geschlagen geben, verschläft dabei die erste Halbzeit komplett. Die Schlussoffensive kommt zu spät.
Klose analysiert bei "Sky": "Unterm Strich haben wir eine Niederlage kassiert. Meine Mannschaft hat erste Halbzeit überhaupt nicht zu unserem Positionsspiel gefunden, zweite Halbzeit war eindeutig besser, auch dominant besser wo wir uns klare Torchancen herausgespielt haben. Dann kommt noch dazu, dass ihr Torhüter einen Sahnetag hat und wir den Ball nicht so richtig erwischen beim Abschluss. Letztendlich haben wir zwei Tore durch Eigenfehler bekommen. Das war das erste Druckspiel von dem ich gesprochen habe und jetzt müssen wir alles aufarbeiten."
Die Erkenntnisse des Deutschen? "Wir bekommen die Tore zu einfach. Wir haben den Ball und finden nicht die Lösung. Sind auch nicht geduldig genug noch einmal auf die andere Seite zu kommen und den Gegner in Bewegung zu bringen. Ich sehe im Training, dass die Fortschritte schneller gehen, aber wir sind noch lange nicht so weit, dass wir meinen Fußball spielen. Aber ich habe das betont, das ist etwas ganz anderes als das was sie letztes Jahr gespielt haben und vieles findet auch im Kopf statt."
Trotz der Niederlage sagt der Chefcoach: "Es war schön. Es ist das was ich mir erhofft habe, Profitrainer zu sein und das genieße ich."
Klose über das ländliche Altach: "Ich bin in der Provinz groß geworden und da fühlt man sich einfach wohl. Man kann in Ruhe arbeiten, man kann in Ruhe Dinge umsetzen und das ist das warum ich mich für Altach entschieden habe. Das sehe ich schon so, dass ich mehr zu verlieren habe als zu gewinnen, aber das war schon immer so und ich mag Herausforderungen. Ich kann hier etwas zurückgeben an die Menschen, dieses 'Wir-Gefühl' wird hier einfach gelebt und deswegen fühle ich mich auch so wohl."
…über die Atmosphäre in der Kabine: "Die Kabine war mir immer heilig und das habe ich sehr genossen. Wir haben so eine Beziehung in der Mannschaft, da habe ich nicht das Gefühl, dass es auf einmal still wird wenn ich in die Kabine komme. Ich möchte, dass meine Mannschaft Spaß hat und dieses miteinander gelebt wird und das soll sich nicht unbedingt ändern wenn ich dazustoße, sondern sogar noch ein bisschen heiterer werden."
…über seine Einstellung: "Ich war ganz okay talentiert als Fußballer, habe mir selbst viel beigebracht und konnte durch meine Beobachtungsgabe sehr viele Dinge schnell lernen. Vor allem ehrlich zu dir selbst zu sein. Ich bin immer der Meinung du kannst jeden anlügen, aber wenn du vor dem Spiegel stehst musst du zu dem ehrlich sein, sonst kommst du nicht weiter im Leben. Es sind nicht immer die Anderen schuld. Glücklich bin ich wenn die Menschen um mich glücklich sind und wenn ich meinen Teil dazu beitragen kann, dann mache ich das gerne."