So luchste Paenda Hyäne den Song Contest ab

Hyäne Fischer wollte sich die Teilnahme am Song Contest angeln, nun darf aber PÆNDA nach Tel Aviv fahren.
Hyäne Fischer wollte sich die Teilnahme am Song Contest angeln, nun darf aber PÆNDA nach Tel Aviv fahren.Bild: heute.at, Hyäne Fischer, ORF/Thomas Ramstorfer
"Moderne, kraftvolle" Musik statt medienwirksamen Satire-Projekts - PÆNDA vertritt Österreich im Mai beim Song Contest in Tel Aviv.

Die Pa(e)nda-Dame hat die Hyäne in die Flucht geschlagen. Von natürlicher Selektion war dabei keine Rede, eine Experten-Runde unter der Leitung von Eberhard Forcher traf die Auswahl. PÆNDA tritt in knapp vier Monaten mit ihrem Electropop-Song "Limits" in Israel an (im zweiten Halbfinale am 16. Mai). Die im Vorfeld in den Sozialen Medien gehypte Hyäne Fischer kann die Show maximal vor den TV-Schirmen oder als Zaungast im Live-Publikum mitverfolgen.

Werbewirksam statt spaßorientiert

Überraschend kommt der Entschluss nicht. Die heimischen ESC-Verantwortlichen wollen sich beim Song Contest spätestens seit Conchitas Sieg 2014 seriös präsentieren und den Bewerb nicht auf die leichte Schulter nehmen. Daher fällt die Entscheidung über den Act, der Österreich offiziell beim Wettsingen vertreten darf, auch nicht mehr per Publikums-Voting oder, wie beim Song Contest selbst, via Doppelwertung (Publikum UND Experten).

Zuschauer und -hörer favorisieren gerne Spaßmacher; ließe man sie also abstimmen, könnte wieder ein Act vom Format eines Alf Poier das Rennen machen. Der Kabarettist erreichte mit seiner Blödel-Hymne "Weil der Mensch zählt" (Klane Haserl habn kurze Naserl, und klane Katzerl habn weiche Bratzerl ...) den sensationellen sechsten Platz beim Song Contest 2003. Keine schlechte Wahl also, aber mit Sicherheit keine Werbung für österreichische Musik. Da ist PÆNDA schon ein anderes Kaliber.

Zeichen setzen, nicht Schmähs reißen

"Mit PÆNDA setzen wir in Tel Aviv ein ausdrucksstarkes Zeichen für das moderne, kraftvolle Musikland Österreich", äußerte sich ORF-Programmdirektorin Mag. Kathrin Zechner zur Wahl der österreichischen Song-Contest-Starterin 2019 und lobte PÆNDA als "herausragend vielseitige Künstlerin", die "ihre Kunst zu 100 Prozent lebt."

Da konnte Hyäne Fischer von Anfang an nicht mithalten. Obwohl das Satire-Projekt höchst professionell aufgezogen wurde. Obwohl Hyänes Song "Im Rausch der Zeit" enormen Zuspruch von der österreichischen Online-Community erhielt und von zahlreichen Medien (auch außerhalb Österreichs) aufgegriffen wurde. Obwohl die Nummer ins Ohr geht und dadurch nicht nur als Kuriosum Chancen auf eine gute ESC-Platzierung hätte.

So aber hat Hyäne Fischer zumindest eine unfreiwillige Aufgabe mit Bravour bewältigt - das österreichische Interesse am Song Contest schon lange vor dem Bewerb und der heimischen Auswahlrunde zu wecken. Der Weg für PÆNDA ist also geebnet. Jetzt muss nur noch ihr bislang unveröffentlichter Song "Limits" etwas taugen.

(lfd)

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