Dass es in Deutschland für nahezu alles eine Norm gibt, ist längst ein Running Gag im Internet. Doch bei Toiletten wird es besonders skurril: Damit ein WC auf den Markt darf, muss es einen strengen Funktionstest bestehen - mit selbstgebastelten "Normprüfkörpern".
Diese sollen menschlichen Fäkalien möglichst nahekommen. Laut der DIN EN 997 müssen die Tester sie selbst herstellen, da es sie nicht fertig zu kaufen gibt. Die Probekörper bestehen aus Kunstdarm und werden mit Wasser befüllt.
Wie chip.de berichtet, gibt es laut Chemie.de sogar ein "Rezept" der Universität Paris für realitätsnäheren Inhalt: Mehl, Ketchup, Haferflocken, Kakao, Senf und Speiseöl kommen dabei zum Einsatz. Die Segmente werden mit Schnüren abgebunden - für einen originalgetreuen Look.
Vier dieser nachgeahmten Würste werden in die Toilettenschüssel gelegt. Dann muss zehnmal gespült werden. Im Idealfall verschwinden sie jedes Mal vollständig. Zusätzlich gibt es einen Test mit Toilettenpapier: Zwölf Blätter müssen in mindestens vier von fünf Versuchen problemlos weggespült werden.
Ein WC muss übrigens 200.000 Spülvorgänge aushalten. Bei einem Dreipersonenhaushalt mit rund fünf Spülungen pro Person täglich muss die Toilette also rechnerisch über 36 Jahre lang funktionieren.
So albern die Tests klingen: Wir können froh sein, dass unsere Klos auch bei größeren Herausforderungen funktionieren. Apropos Toiletten-Tests: 2026 ist der "Schüssel-Checker" im Netz viral gegangen. Influencer Thomas Marktanner bewertet dabei die Qualität öffentlicher WCs in ganz Deutschland.