So rächt sich Ai Weiwei an denen, die ihn abhören

Einen Anschlag auf die Persönlichkeitsrechte kontert Ai Weiwei mit einem Anschlag auf die Trommelfelle der Lauscher in der Wand. Der Künstler, der zum ersten Mal seit Jahren aus China ausreisen durfte, nutzte seine Abwesenheit, um seine Wohnung und sein Studio renovieren zu lassen. Die Arbeiter fanden überall Wanzen. Der schockierte Künstler reagierte auf seine Weise.

 


Ein von Ai Weiwei (@aiww) gepostetes Video am 3. Okt 2015 um 20:59 Uhr




 

Seit 2011 saß Ai Weiwei erst im Gefängnis, danach im Hausarrest fest. Erst Anfang 2015, nachdem international viel und lange protestiert wurde, gab man dem Künstler seinen Pass zurück. Endlich konnte er wieder ins Ausland und die Ausstellungen, in denen er international gefeiert wurde, auch selbst besuchen. Dann, lange bevor er geplant hätte, wieder nach China zu kommen, begann es seiner Mutter schlecht zu gehen, Ai Weiwei buchte sofort einen Flug.

"Wir Chinesen lieben Feuerwerk zu allen Anlässen"

Der Schock kam bei seiner Ankunft in seinem Atelier in Caochangdi. Die Arbeiter zeigten dem Künstler laut "derstandard.at" mehrere Wanzen, die in Steckdosen in seinem Atelier und seinen Wohnräumen gefunden wurden. Seine spontane Reaktion: Er stellte einen Metallkübel neben die Wanze, zündete Kracher und schickte den Leuten am anderen Ende der Leitung laute Grüße. "Wir Chinesen lieben Feuerwerk zu allen Anlässen. Warum nicht auch für meine heimlichen Belauscher. Damit sie etwas Lautes von mir zu hören kriegen."

"Schlimmer, als übers Telefon belauscht zu werden"

Offizielle Stellen kanzelten den Künstler mit seiner Beschwerde ab. Die Wanzen seien noch von früher [vor der Haft, Anm.], so die Reaktion. Ai Weiwei ist fix und fertig. "Das war schlimmer, als jahrelang übers Telefon belauscht zu werden. [...] Du weißt, dass es Schlangen gibt. Aber wenn du sie zu Hause unter deinen Füßen findest, ist es etwas ganz anderes." 

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