So schlägt sich "Doom Eternal" auf Nintendo Switch

Die Dämonen wüten auch auf Nintendo Switch.
Die Dämonen wüten auch auf Nintendo Switch.Bethesda
"Doom Eternal" tritt einmal mehr den Beweis an, dass große Shooter-Blockbuster auf Nintendo Switch funktionieren können – in abgespeckter Form.

"Doom" war ein Comeback, das sich gewaschen hatte. Die Reihe von id Software setzte zwar auf einen Neustart, verband aber die Hardcore-Qualitäten des Shooters mit einem modernen, schnellen Gameplay und einem Soundtrack, der sämtliche Heavy-Metal- und Hard-Rock-Fans auf die Knie fallen ließ. Wie bereits das erste Game, ist nun auch die Fortsetzung "Doom Eternal" für Nintendo Switch erschienen.

Mit "Doom Eternal" wird die Latte von id Software aber nicht nur angehoben, sondern alles bisher Dagewesene pulverisiert. Es ist nicht nur mit Abstand der beste Shooter der "Doom"-Serie, sondern einer der besten Shooter überhaupt. Weiter gibt es zwar das ziemlich lineare Gameplay mit exzessiver Gewalt, der Titel wurde aber so geschickt umgesetzt, dass man gar nicht merkt, dass man wieder in vorgegebene Abläufe gezwängt wird.

Das auffallendste Element des Vorgängers, die Glory Kills, wurden flüssiger umgesetzt. So schießt unser Doom Slayer nicht nur Dämonen zu Brei und mäht manche mit brachialen Gewaltakten nieder, um Lebensenergie zu gewinnen, sondern macht das nun nahtloser als zuvor und setzt dabei viel mehr verschiedene Bewegungen ein. So ist es ein Leichtes, flüssig von Gegner zu Gegner zu springen und dabei nicht aus dem Flow zu geraten.

Nicht brutal genug? Kein Problem!

Wem das nicht brutal genug ist, bekommt neben der altbekannten Kettensäge nun einen aufgemotzten Flammenwerfer ins Arsenal, der ebenso eine Besonderheit bietet: Lassen zersägte Gegner Munition fallen, sind es bei brennenden Dämonen Rüstungs-Boosts. Beides ist dringend notwendig, denn der Schwierigkeitsgrad wurde auch hochgedreht.

Schon im zweithöchsten Standard-Schwierigkeitsgrad der insgesamt fünf Modi herrscht Munitionsknappheit und die Stärke der Feinde lässt uns reihenweise Tode sterben. Frust kommt allerdings nicht auf, denn so schnell "Doom Eternal" einen sterben lässt, so schnell ist man zurück im Gefecht und hat die Todesstelle wieder hinter sich gelassen. Was in "Eternal" die Sache aber noch einmal verschärft, ist, dass sich manche Waffen dieselbe Munition teilen – so sind die Schießprügel noch schneller geleert als gewohnt.

Linear, aber nicht zu schlimm

Wieder geht es im Kampf gegen die Hölle in "Doom Eternal" darum, von einer Region voller Monster in die nächste zu gelangen. Allerdings gibt es hier nun etwas mehr Abwechslung. Gelegentlich bietet das Spiel verschiedene Pfade zum nächsten Ziel und auch spielerisch sind Rätsel und Geschicklichkeitspassagen eingebaut, die das Vorankommen abwechslungsreicher machen.

Wirklich ausgefeilte Mechanismen sind zwar nicht dabei, die neuen Elemente sorgen aber dafür, dass man die Umgebungen viel bewusster wahrnimmt als noch in "Doom". Da ging es noch einzig und alleine darum, von Arena zu Arena zu fetzen. Innehalten ermöglicht auch die neue Minimap, die nun wirklich brauchbar ist, übersichtlich den Standort anzeigt und neu auch in Levels nicht gefundene Items markiert. Derer gibt es zuhauf – von Teilen für Mega-Waffen über Upgrades bis hin zu Timelimit-Kämpfen und Wellen-Arenen.

Grafik eher mau

Das Game basiert zwar auf der unglaublich optimierten id Tech Engine, die Framerate von 60fps der anderen Fassungen konnte auf Nintendo Switch aber nicht beibehalten werden. Das Spiel läuft sowohl im Handheld- als auch im Dock-Modus mit 30fps bei einer Auflösung von maximal 720p – sie wird dynamisch skaliert.

Es kommt in besonders turbulenten Feuergefechten mit großen Gegnermengen immer wieder zu Einbrüchen der Framerate in Richtung 20fps. Und auch die Optik ist sowohl im TV-, als auch im Handheld-Modus ziemlich verschwommen, wenn sich zu viele Dämonen und Effekte auf dem Bildschirm tummeln.

Fazit

Ist "Doom Eternal" auf Nintendo Switch die beste Version des Spiel? Nicht einmal annähernd. Wer eine flüssige Darstellung und scharfe Optik will, muss auf PlayStation, Xbox oder PC ausweichen. Wer allerdings unterwegs Dämonen schlachten will, findet hier eine solide, wenn auch merklich abgespeckte Version des Spiels vor.

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